Fußball: Den Kader noch einmal deutlich verjüngt

Fußball : Den Kader noch einmal deutlich verjüngt

Der SV Vrasselt setzt auch in der kommenden Bezirksliga-Saison auf Nachwuchstalente aus der eigenen Jugend. Mit Marko Cvetkovikj konnte ein echter Torjäger gewonnen werden. Trainer formuliert vorsichtige Ziele.

Derzeit entsteht auf dem Gelände des SV Vrasselt ein neues Kleinfeld. Auf dem Kunstrasen soll der fußballerische Nachwuchs zukünftig gegen das runde Leder treten. Seit vielen Jahren setzt man im Emmericher Süden verstärkt auf Nachwuchsförderung, von den ganz Kleinen bis zur A-Jugend. Davon profitiert auch Sascha Brouwer, Trainer der Ersten Mannschaft, der den Weg konsequent weitergeht und auf die Kicker aus der eigenen Jugend vertraut.

Auch die bevorstehende Saison steht beim SV Vrasselt wieder unter dem Motto: Jugend forsch(t)! Dabei fällt die Bilanz der vergangenen Spielzeit durchwachsen aus. Neben einigen schwachen Vorstellungen, zeigte die Brouwer Elf, dass sie an einem guten Tag in der Lage war, jeden zu schlagen. So blieb das Team um Kapitän Marko Buscher in den beiden Partien gegen den Spitzenreiter und späteren Landesliga-Aufsteiger aus Bedburg-Hau ungeschlagen und sammelte beim 2:1-Heimsieg sogar drei wichtige Punkte für den Klassenerhalt.

„Letzte Saison war ein bisschen unbefriedigend. Da hätten wir Fünfter oder Sechster werden können, wenn alles etwas glatter gelaufen wäre. Wir haben viele Jahre mehr Punkte geholt, als vielleicht vorher erwartet, aber letztes Jahr haben wir viele Spiele gehabt, die unglücklich gelaufen sind. Am Ende haben wir zwar souverän den Klassenerhalt geschafft, aber wir hätten natürlich gerne etwas erfolgreicher abgeschlossen“, konnte Brouwer mit dem Saisonverlauf nicht ganz zufrieden sein. Nach dem letzten Spieltag fand man sich im grauen Mittelfeld wieder, belegte am Ende mit 35 Zählern, punktgleich mit dem schwarz-gelben Lokalrivalen aus Praest, den zehnten Tabellenplatz.

Dabei erwischten die Blau-Weißen einen optimalen Saisonstart und grüßten nach dem achten Spieltag noch vom zweiten Tabellenplatz. „Die ersten acht Spiele sind vielleicht etwas zu gut gelaufen, aber in dem Glauben, dass es so weiter läuft, haben wir ein bisschen nachgelassen“, so die Einschätzung des Trainers. Denn was folgte war eine Durststrecke, die erst mit einem 4:2-Sieg gegen Viktoria Goch Anfang Dezember zum Rückrundenauftakt beendet werden konnte.

Nach einem Umbruch zu Saisonbeginn wurden bereits im vergangenen Jahr wichtige Positionen mit jungen Spielern besetzt. „Erfahrene Spieler hätten da vielleicht etwas konstanter gespielt. Da hatten wir schon so Phasen dabei, da war die Überzeugung nicht so richtig da. Das ist eben dem geschuldet, wenn man eine junge Mannschaft hat, da muss man dann auch mal durchgehen und Ruhe bewahren. Das haben wir gut hingekriegt, dass wir dann auch nicht in Panik verfallen sind.“

Auch wenn der Abstand auf den Nichtabstiegsplatz am Ende nur zwei Punkte betrug, gerieten die Blau-Weißen, Dank der richtigen Einstellung und guter Leistungen insbesondere gegen die direkte Konkurrenz, nie in akute Gefahr. „Das wird diese Saison auch wieder so sein, dass wir uns auf das konzentrieren müssen, was wir gut können. Das ist viel mannschaftliche Geschlossenheit und Zusammenhalt, nur so können wir bestehen“, und fügt mit Blick auf den 26 Mann starken Kader hinzu: „Qualität haben wir aber trotzdem auch.“

Schmerzhaft für den Vrasselter Übungsleiter ist die Tatsache, dass mit Martin Tekaat ein Leistungsträger aus der Vorsaison seine Zelte im Stadion Dreikönige abgebrochen hat und seine Schnelligkeit bekanntlich fortan in der Landesliga ausspielt. Zudem hat Mathias Pfände nun endgültig die Fußballschuhe an den Nagel gehängt. Der Routinier kam zwar nur noch sporadisch zum Einsatz, war aber immer wieder für einen Treffer gut.

Torflaute sollte zukünftig dennoch nicht herrschen. Mit Marko Cvetkovikj, der gemeinsam mit Mittelfeld-Allrounder Ersan Alajbegovic vom SV Rees gekommen ist, ist es gelungen, einen Stürmer zu verpflichten, der weiß, wo das Tor steht. Das Zusammenspiel mit Jens Wunder, der vom VfB Rheingold in die Bezirksliga gewechselt ist, hat in der Vorbereitung schon ganz gut funktioniert. „Da hat man in den Trainingseinheiten und Testspielen schon gemerkt, dass sie uns auch spielerisch weiterhelfen. Marko hat extrem viel für die Mannschaft gearbeitet, Jens ist sowieso ein Mannschaftstyp. Das passt schon absolut“, überzeugte die Offensivabteilung ihren Trainer nicht nur beim 6:1-Sieg gegen Mussum. „Zusätzlich setzen wir natürlich ganz brutal auf die Jugend.“

Denn komplettiert wird der Angriff mit Youngster Niklas König, der sich in seinem ersten Jahr im Seniorenbereich gut entwickelt hat und inzwischen mehr als nur eine gute Alternative ist. Auch Nick Konopatzki, Maik Boch und Joel Manoch gehören weiterhin zur Abteilung Jugend forsch(t), schnupperten in der abgelaufenen Spielzeit bereits Bezirksligaluft. Zusätzlich werden aus der eigenen A-Jugend Torben Kroker und Nick Hellebrand sicher ihre Einsatzzeiten bekommen.

„Es sind extrem viele, junge Spieler noch dazu gekommen, aber es macht einfach Spaß. Untereinander verstehen sich alle und ich glaube, wir werden auch viel über den Zusammenhalt kommen“, setzt Brouwer auch darauf „das die jungen Spieler wieder einen Schritt nach vorne machen“.

Mit Christian Splittorf, ist zusätzlich ein Mann für das defensive Mittelfeld an den Niederrhein gewechselt. Der ehemalige Kapitän des A-Ligisten FC Sterkrade könnte im Saisonverlauf auf einige alte Bekannte treffen, denn nach der neuen Gruppeneinteilung müssen die Blau-Weißen nun wieder häufiger den Weg in das Ruhrgebiet antreten. „Ich glaube schon, dass die ersten zehn Mannschaften stärker sein werden“, schätzt Brouwer das Niveau der Gruppe in der bevorstehenden Saison etwas höher ein. „Es gibt oft sehr gute Einzelspieler, die Teams sind häufig sehr unangenehm zu bespielen.“

Der Eindruck kann sich direkt am ersten Spieltag bestätigen, wenn die Vrasselter das erste Mal die Reise in den Pott zum Aufsteiger Duisburger FV 08 antreten müssen. Bereits drei Tage später wird die Reserve des 1. FC Bocholt zu Gast sein, dann geht es zum SV Biemenhorst.

Aufgrund vieler Unbekannter hält man sich beim SVV mit der Zielsetzung zunächst zurück. Natürlich gelte es, sich immer weiter zu verbessern.

„Das hat mit der Platzierung aber nichts zu tun, wir müssen die Liga jetzt auch neu bewerten. Wir möchten da landen, wo es unseren Ansprüchen gegenüber den anderen Mannschaften gerecht wird. Wir sollten erst mal gucken, dass wir die Punkte für den Klassenerhalt auf der Habenseite haben und uns dann die Ziele stecken.“

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