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Fußball: Das starke Rheingold-Geschlecht

Fußball : Das starke Rheingold-Geschlecht

Unter Regie von Thorsten Thüß schreiben die Fußballerinnen des VfB Rheingold Emmerich seit knapp zwei Jahren an einer Erfolgsgeschichte. Der Trainer zögert noch mit einer Vertragsverlängerung – er möchte Perspektiven sehen.

Unter Regie von Thorsten Thüß schreiben die Fußballerinnen des VfB Rheingold Emmerich seit knapp zwei Jahren an einer Erfolgsgeschichte. Der Trainer zögert noch mit einer Vertragsverlängerung — er möchte Perspektiven sehen.

Die Zeiten beim Traditionsverein des Emmericher Fußballs haben sich gewaltig geändert. Die Männer sorgen nur noch selten für fröhliche Gesichter bei den Schwarz-Weißen — für die erste Mannschaft des VfB Rheingold ist die ersehnte Rückkehr in die Bezirksliga nach einer durchwachsenen Hinserie in weite Ferne gerückt. Wer Erfolge bejubeln möchte, ist seit knapp zwei Jahren bei den Frauen besser aufgehoben.

Im April 2012 sprang Thorsten Thüß bei den Rheingolderinnen in die Bresche, die zuvor einige Monate auf sich allein gestellt gewesen waren. "Ich habe das damals einfach einmal ausprobiert, nachdem mich Spielerin Larissa Könighaus angesprochen hatte", erzählt Thüß. Das Experiment hat sich für beide Seiten gelohnt. Denn der gerade einmal 30-jährige Übungsleiter, der zuvor seine ersten Erfahrungen als Trainer der A-Junioren und der zweiten Mannschaft des SV Vrasselt gesammelt hatte, hat den Rheingold-Express mit weiblicher Besatzung auf Touren gebracht.

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Vor der Kreisliga-Saison 2012/'13 überredete Thüß Nelly van Fürden zu einem Comeback und holte die Leistungsträgerinnen Carina Unkrig (Fortuna Elten) und Nadine Saliger (SV Rees). Das Ergebnis: Rheingold sicherte sich ungeschlagen die Meisterschaft und kassierte in der gesamten Saison einen einzigen Gegentreffer. Seitdem spielt die Mannschaft auch in der Bezirksliga eine ausgezeichnete Rolle. Die Schwarz-Weißen haben in der Hinserie stolze 16 Punkte gesammelt und den angestrebten Klassenerhalt bereits in der Tasche.

Gerne hätte VfB-Vorsitzender Rainer Fels am kommenden Samstag bei der Weihnachtsfeier des Vereins Vollzug gemeldet und den Mitgliedern die Vertragsverlängerung mit dem Erfolgstrainer verkündet. Doch der junge Mann zögert noch mit seiner Unterschrift. "Wir haben uns zu ersten Gesprächen getroffen und dabei vereinbart, dass wir uns im Januar wieder an einen Tisch setzen", sagt Thüß.

Der Trainer, der den Frauenfußball beim VfB Rheingold aus dem Dornröschenschlaf geweckt hat, setzt dabei keineswegs auf eine Hinhaltetaktik. Im Gegenteil: Thüß scheint durchaus bereit, die Erfolgsgeschichte fortzuschreiben, möchte aber verständlicherweise auch Perspektiven sehen. "Der Verein steht mittlerweile an einem Punkt, an dem man gemeinsam entscheiden muss, wohin der Weg des Frauenfußballs führen soll. Aktuell sehe ich die Chance, dass wir in zwei Jahren in die Landesliga aufsteigen können", erklärt der Coach.

Der 30-Jährige, der vor vier Jahren seine aktive Fußballer-Laufbahn wegen eines Kreuzbandrisses beenden musste, kann seine optimistische Sicht der Dinge mit Zahlen untermauern. Aktuell gehören 24 Spielerinnen zum Rheingold-Kader, wobei fast alle ihre sportliche Zukunft noch vor sich haben. Zum Vergleich: Der benachbarte Niederrheinligist SV Rees musste unlängst die Fahrt zu einem Auswärtsspiel mit gerade einmal sieben Spielerinnen antreten — mehr kickendes Personal war einfach nicht mehr vorhanden.

Aus den Reihen der "U 17"-Juniorinnen rücken in der kommenden Saison weitere Talente nach. Daher steht mehr oder weniger schon fest, dass der VfB Rheingold eine zweite Frauen-Mannschaft für den Spielbetrieb melden wird, die dann in der Kreisliga antritt. Beide Teams werden mittwochs und freitags gemeinsam trainieren — ob unter Regie von Thorsten Thüß, wird sich wohl in den nächsten Wochen entscheiden.

"Jetzt stoßen wir bei der Weihnachtsfeier erst einmal auf ein ausgesprochen erfolgreiches Jahr an. Und bei der Hallenstadtmeisterschaft können wir vielleicht am 27. Dezember noch einen draufsetzen. Im neuen Jahr sehen wir dann, was wir gemeinsam noch erreichen können", sagt der Mann, der den Fußball beim VfB Rheingold auf Vorderfrau gebracht hat.

(RP)