Leichtathletik: Das Motto von Jürgen Recha: "Kämpfe für dein Ziel"

Leichtathletik : Das Motto von Jürgen Recha: "Kämpfe für dein Ziel"

Der Ironman erzählte in der Stadtbücherei Rees, wie er sein Leben auch durch den Sport radikal verändert hat.

Morgen fange ich an. Ab morgen mache ich Sport. Ab morgen ernähre ich mich gesund. Ab morgen werde ich Vegetarier. Ab morgen fange ich an abzunehmen. Fast jeder kennt das. Gerade in der Zeit rund um den Jahreswechsel werden all die guten Vorsätze wieder gefasst, die man sich auch schon in den vergangenen Jahren vorgenommen hat. Die wenigsten wurden dann auch tatsächlich in die Tat umgesetzt.

Jürgen Recha nennt diese Art von Menschen den "Morgen-wird-alles-besser-Typ". Bis 2006 zählte er sich selbst dazu. Heute nicht mehr. Wie es zu der Veränderung kam, schildert er in seinem Buch mit dem Titel: "Kämpfe für dein Ziel. Vom BMI 34,7 zum Ironman". Jetzt lud er zu einer Lesung in die Reeser Stadtbücherei ein.

"Raus aus der Komfortzone", lautete seine Botschaft. Ende Mai 2005 erhielt Recha den Wink mit dem Zaunpfahl - "der Urknall", wie er sagt. Der Körper streikte. Zuerst kam ein Tinnitus, dann Atemaussetzer und schließlich ein Kreislaufkollaps verbunden mit der Aussage eines Arztes: "Genießen Sie die restliche Zeit mit ihrer Familie." Und die drastische Einschätzung. "Wir geben Ihnen nicht mehr lange." Das saß.

Recha sah ein, dass er etwas tun müsse. Nicht morgen, sondern sofort. Er ging zum Lauftreff in Haldern und fand dort die Unterstützung, die er brauchte. In der Gruppe und mit festen Trainingszeiten fand er Motivation und Ansporn. "Mein erster Lauf dauerte 500 Meter", erinnert er sich. Nach zehn Wochen joggte er schon 30 Minuten am Stück. Und so arbeitete er sich langsam die Pfunde weg. Recha stellte seine Ernährung um und nahm in wenigen Monaten 25 Kilogramm ab. Es kam der erste Wettkampf über zehn Kilometer und die Erkenntnis: "Ich kann alles schaffen."

Am Ziel war er also noch lange nicht. Er suchte sich neue Anreize. Es folgten der erste Marathon, der erste Triathlon und schließlich der erste Ironman. Das Training ist intensiv. "Ich kenne meine Grenze nicht", sagt Recha. Und so macht er weiter. Sucht neue Herausforderungen in den Bergen. Im Zugspitz-Lauf. Er hat Ehrgeiz. Zu viel? Wenn man ihm zuhört, bekommt man den Eindruck, er eifert seinen Zielen entgegen. Die Gesundheit spielt mit - meistens. "Kämpfe für dein Ziel" ist zum Lebensmotto von Jürgen Recha geworden.

(ste)