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Fußball: Das Erfolgsgeheimnis der Lindendorf-Kicker

Fußball : Das Erfolgsgeheimnis der Lindendorf-Kicker

Die erste Mannschaft ist A-Liga-Spitzenreiter. Auch der Nachwuchs und die Frauen bereiten den Fußballfreunden sehr viel Freude. Eine wichtige Rolle spielt der Gemeinschaftssinn, der den SV Haldern prägt.

Wenn nicht alles täuscht, hat die aktuelle Saison das Zeug dazu, in der Vereinschronik des SV Haldern ein langes Kapitel zu füllen. Denn die Fußballer der Rot-Weißen steuern auf ganzer Linie auf Erfolgskurs. Die erste Mannschaft hat am Samstag mit einem 3:2 gegen die DJK Lowick die Tabellenführung im Kreisliga-Oberhaus übernommen. Die A-Junioren sind in der Leistungsklasse noch ungeschlagen, die B-Junioren spielen dort ebenfalls eine hervorragende Rolle — für einen Dorfverein alles andere als eine Selbstverständlichkeit. Für die Talente, die nicht auf Anhieb den Sprung in die erste Mannschaft schaffen, hat der Verein eine "U 23"-Auswahl gegründet, die in der Kreisliga C unter SV Haldern IV firmiert. Ein Projekt, das in der näheren Umgebung einmalig ist. Nicht zu vergessen die Fußballerinnen, die in der Bezirksliga als Titelkandidat Nummer eins gelten.

Für Jürgen Stratmann, Trainer des A-Liga-Spitzenreiters, kommen diese Erfolge nicht von ungefähr. "Unseren Verein zeichnet dieser enorme Gemeinschaftssinn aus, der sich wie ein roter Faden durch alle Mannschaften zieht. Damit haben wir in Eigenregie den Bau des dritten Rasenplatzes geschafft. Und damit treten wir aktuell sportlich sehr erfolgreich auf", erklärt der Coach, der seit sieben Jahren bei seinem Heimatverein die sportliche Verantwortung trägt.

Stratmann gehörte als junger Torhüter zu jener Mannschaft des SV Haldern, die 1991 letztmals den Aufstieg in die Bezirksliga schaffte. 23 Jahre später könnten die aktuellen Kicker dieses Kunststück wiederholen. Ein Thema allerdings, über das der 42-jährige Übungsleiter nicht sonderlich gerne spricht. "Es ist ja nicht so, dass ich mich gegen einen Aufstieg wehren würde. Aber ich beschäftige mich überhaupt nicht damit. Denn ich bin Realist und weiß ganz genau, dass der Weg auch ganz schnell wieder in die andere Richtung führen kann", erklärt Stratmann.

Doch die Fakten sprechen dafür, dass der SV Haldern in der laufenden Saison bis zum Schluss ganz oben mitmischen kann. Neben dem bereits genannten Gemeinschaftssinn, der gegen Lowick nicht zum ersten Mal einen Gegner in die Knie gezwungen hat, reicht ein Blick auf das kickende Personal. Christian Böing, der auch schon für den SV Hönnepel-Niedermörmter im Einsatz war, ist der stärkste Torhüter der Liga — daran besteht überhaupt kein Zweifel. Die "Altherren" Holger Pistel und Stefan Jansen treiben mit ihren 43 Jahren zwar den Altersschnitt nach oben, rufen aber immer noch exzellente Leistungen ab, wenn die Situation es erfordert.

Dominik Schertes darf mit seinen 22 Jahren bereits die Kapitänsbinde tragen und reift gerade zu einem wertvollen Führungsspieler heran. "An dem Jungen wird der Verein noch ganz lange Freude haben. Er übernimmt immer mehr Verantwortung", lobt Stratmann seinen Spielführer, der wahrscheinlich schon im rot-weißen Trikot zur Welt gekommen ist.

Der gleichaltrige Matthias Bauhaus hat das etwas unglückliche Gastspiel beim RSV Praest längst abgehakt und blüht im heimischen Lindenstadion wieder auf — der Mittelfeldspieler mit ausgeprägten Offensivqualitäten schoss gegen Lowick bereits seine Saisontore Nummer neun und zehn. Hinzu kommen die A-Jugendlichen Gereon Biermann, Christopher Ostendorf und Miguel Sperling, die in dieser Saison einige Male andeuten durften, dass ihnen die Zukunft gehört. Der 18-jährige Sperling staubte am Samstag kurz vor Schluss auf eine Art und Weise zum Siegtreffer ab, wie die Fußballfreunde im Lindendorf sie sonst nur von Stefan Jansen kennen.

In den Reihen der B-Junioren, die von Tim Stratmann und Bernd Franken trainiert werden, tummeln sich einige Talente, die ebenfalls gehobenes Niveau mitbringen. Der große Vorteil: Wer einmal für den SV Haldern spielt, verlässt den Verein in der Regel nicht so schnell wieder — Stichwort Gemeinschaftssinn. Und wenn doch, kehrt er meistens über kurz oder lang wieder zurück — siehe Matthias Bauhaus, Stefan Jansen, Holger Pistel oder Jürgen Stratmann.

(RP)