Lokalsport: BV Wesel sucht eine neue Nummer eins

Lokalsport: BV Wesel sucht eine neue Nummer eins

Badminton: Der Verein bastelt am Team für die Zweite Liga. Fraglich ist noch, ob Spitzenspieler Vasily Kuznetsov bleibt. Die Saison in der Regionalliga will der Meister mit weißer Weste beenden. Er bestreitet am Wochenende zwei Partien.

Der BV Wesel Rot-Weiß hat in der Badminton-Regionalliga so schnell wie nur möglich das erreicht, was von ihm erwartet wurde. Die als Top-Favorit in die Saison gegangene Mannschaft sicherte sich bereits nach zehn von 14 Spielen die Meisterschaft und hat bislang noch keinen Punkt abgegeben. Dabei soll es bleiben. "Wir wollen jetzt versuchen, die Saison mit einer weißen Weste zu beenden. Das sind wir den Teams, die noch im Abstiegskampf stecken, auch schuldig. Und das müsste uns gelingen, wenn wir keine Personalsorgen mehr bekommen sollten", sagt BV-Akteur Thorsten Hukriede vor dem letzten Doppel-Spieltag der Saison, der am Wochenende steigt.

Der Spitzenreiter (22:0-Punkte) tritt am Samstag beim Dritten Gladbecker FC (13:11-Zähler) an. Am Sonntag folgt das Heimspiel gegen den Vierten BC Hohenlimburg (11:11). Die Begegnung findet ab 15 Uhr ausnahmsweise in der Halle Nord statt. Der Grund: Der BV hat kurzfristig die Ausrichtung eines Ranglisten-Turniers der Jugend übernommen, das in der Rundsporthalle steigt. "Wir können ohne Druck aufspielen, wollen Spaß haben und gewinnen", sagt der 41-jährige Hukriede, der wegen einer Erkältung derzeit nicht im Vollbesitz seiner Kräfte ist.

In Sachen Personal für die kommende Spielzeit hat der BV Rot-Weiß schon weitestgehend Klarheit. Bis auf eine Ausnahme ist sicher, dass alle Akteure des Meister-Teams bleiben. Fraglich ist nur, ob der russische Spitzenspieler Vasily Kuznetsov eine weitere Saison in Wesel aufschlagen wird. "Er würde gerne bei einem Verein als hauptamtlicher Trainer arbeiten und wird uns wohl verlassen, wenn er ein passendes Angebot erhält", sagt der stellvertretende BV-Vorsitzende Andreas Ruth.

  • Lokalsport : BV Wesel plant für die Zweite Liga

Auch deshalb sind die Rot-Weißen auf der Suche nach einer neuen Nummer eins. Thorsten Hukriede, der für die Zusammensetzung des Kaders verantwortlich ist, hat schon Kontakte mit möglichen Neuzugängen geknüpft. "Darunter sind auch Spieler, mit denen wir schon vor dieser Saison gesprochen haben", sagt Hukriede. Sollte Kuznetsov gehen, würde der BV versuchen, zwei neue Akteure zu verpflichten. Denn Thorsten Hukriede möchte nach Möglichkeit in der Zweiten Liga kein Einzel mehr spielen. Den Wunsch würde der Verein dem Routinier gerne erfüllen, wenn er es sich finanziell leisten kann. "Daran arbeiten wir", sagt Ruth.

Der stellvertretende Vorsitzende ist dabei, das finanzielle Gerüst für die Rückkehr in Liga zwei zu zimmern. "Wir sind wie immer optimistisch, dass wir es irgendwie hinkriegen. Wir sprechen mit unseren derzeitigen Geldgebern und hoffen, dass wir neue Sponsoren finden", sagt Ruth. Der finanzielle Knackpunkt ist, dass die Zweitliga-Spiele auf speziellen Matten ausgetragen werden müssen. Deren Anschaffung kostet 14.000 Euro. "Das ist das größte Paket, dass wir schnüren müssen. Wir überlegen deshalb auch, ob wir uns die Matten für eine Saison nicht erst einmal auf Leihbasis besorgen. Denn wir werden mit Sicherheit kein Team haben, mit der wir das Risiko hundertprozentig ausschließen können, nach nur einem Jahr wieder abzusteigen", sagt Ruth. Dass der BV auf jeden Fall eine Mannschaft haben wird, die gute Chancen hat, das Ziel Klassenerhalt zu erreichen, ist für den stellvertretenden Vorsitzenden keine Frage. Er lässt zudem keinen Zweifel daran, dass der Verein sich jetzt wieder in der Zweiten Liga etablieren will, die er immer als sein Wohnzimmer bezeichnet hat. "Unser Plan ist allerdings etwas über den Haufen geworfen worden, weil wir den Aufstieg früher als gedacht geschafft haben", sagt Ruth.

Schließlich hat sich der Verein nach dem Abstieg vor zwei Jahren neu aufgestellt und seinen Schwerpunkt klar auf die Nachwuchsarbeit gelegt. Er hat in Rainer Diehl, Ehemann von Spitzenspielerin Ella Diehl, einen hauptamtlichen Trainer angestellt. "Unser Hauptaugenmerk wird auch nach dem Aufstieg der Basisarbeit bei der Jugend mit Projekten an Grundschulen gelten", sagt Ruth. Deshalb plant der BV Rot-Weiß für die Zweite Liga auch mit einem geringeren Etat als in den bisherigen Jahren in der Klasse.

(RP)