Fußball: Blamage für den Spitzenreiter

Fußball: Blamage für den Spitzenreiter

Nach einer 2:0-Führung zur Pause musste sich der RSV Praest noch mit 2:4 gegen den abstiegsgefährdeten Neuling TuB Mussum geschlagen geben. Verfolger SV Grieth verlor parallel mit 2:3 in Kellen.

Leo Ricken musste erstmal kräftig an seiner Zigarette ziehen, bevor er nach Spielschluss überhaupt ansprechbar war. Seine Mannschaft hatte nach einem wahren Offensiv-Feuerwerk in der zweiten Halbzeit den RSV Praest aus dem eigenen Stadion geschossen und somit für eine faustdicke Überraschung gesorgt. "Wir haben das Spiel hier völlig verdient gewonnen. Vom Einsatz her stimmte einfach alles bei uns. Wir lassen aber noch zu viele Chancen liegen", meinte der Mussumer Übungsleiter, der gestern in seinem Heimatort für eine faustdicke Überraschung sorgte. Nach einem 0:2-Rückstand zur Pause gewann der abstiegsgefährdete Fußball-Bezirksligist beim Tabellenführer RSV Praest noch mit 4:2.

Mussum spielte ein aggressives Pressing und verleitete den Gastgeber immer wieder zu Ballverlusten und Fehlpässen, so dass der RSV nicht sein gewohntes Offensiv-Spiel aufziehen konnte. Alles in allem spielte der Aufsteiger genau so, wie man es gegen einen Tabellenführer praktizieren sollte. Zunächst ließ der Neuling drei Großchancen innerhalb von sieben Minuten (21., 25. und 28.) ungenutzt.

Zwei Angriffe, zwei Tore

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Wie effektiver Fußball gespielt wird, zeigte der Spitzenreiter auf der anderen Seite. Der RSV Praest verzeichnete in der ersten Hälfte zwei gelungene Angriffe. Einen Eckball von Marcel Wolters wuchtete Patrick Gottschling per Kopf zur 1:0 Führung in die Maschen (23.), bevor Wolters neun Minuten später selbst auf 2:0 erhöhte.

Nach der Pause dauerte es genau 120 Sekunden, ehe Philipp Vos per Kopf den Anschlusstreffer für die Gäste erzielte. Wer jetzt gedacht hatte, der RSV würde wieder einen Gang zulegen, sah sich getäuscht. Der Gastgeber stand tief in der Abwehr und agierte im Spiel nach vorne viel zu pomadig.

In den letzten zehn Minuten sollten sich dann die Ereignisse überschlagen. Per Distanzschuss jagte Stefan Ewing den Ball unhaltbar für Nüßmann ins Netz, bevor nur zwei Minuten später Mussums ständiger Unruheherd Philipp Vos sogar die 3:2-Führung markierte. Die Praester Defensive befand sich im Tiefschlaf. "Bei beiden Treffern sehen wir hinten richtig schlecht aus", meinte Kock. Als der RSV dann nochmal alles nach vorne warf, sorgte Daniel Gisbers in der Nachspielzeit für die Entscheidung und besiegelte die Blamage des Tabellenführers. Dann die gute Nachricht für den RSV: Verfolger SV Grieth konnte die Gunst der Stunde nicht nutzen und unterlag 2:3 beim BV / DJK Kellen.

(RP)