Fußball: Ballkünstler "Trixie"

Fußball: Ballkünstler "Trixie"

Wolfgang Keuken gehört zu den besten Fußballspielern, die der VfB Rheingold Emmerich in seiner 100-jährigen Geschichte hervorgebracht hat. Als 19-Jähriger spielte er in der Bundesliga für den Wuppertaler SV.

Rheingold-Trainerlegende Friedhelm Nienhaus kann sich noch genau an den Moment erinnern, als in den 60er Jahren plötzlich ein Knirps vor ihm stand, den seine älteren Brüder mit zum Sportplatz genommen hatten. "Hallo. Ich bin der Trixie. Und ich zeig' Dir jetzt mal, was ich kann", sagte der Steppke selbstbewusst. Der kleine Junge ließ den Worten Taten folgen. "Der hat bestimmt 250 Mal den Ball auf dem Fuß balanciert. Da habe ich zu ihm gesagt, dass er ab sofort immer zum Training kommen kann", schildert Nienhaus seine erste Begegnung mit Wolfgang "Trixie" Keuken.

Im Laufe der Jahre sollte er zum sportlichen Ziehvater des begnadeten Technikers werden, der zu den besten Fußballern gehört, die der VfB Rheingold Emmerich im Verlauf seiner 100-jährigen Geschichte hervorgebracht hat. "Ich habe in allen Jugendmannschaften unter Friedhelm Nienhaus trainiert. Er hat mir alles beigebracht", erzählt der mittlerweile 52-jährige Wolfgang Keuken, der bereits als Teenager einen Profi-Vertrag erhielt.

Förderer Berni Verhey

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Es war im Sommer 1974 — Deutschland war soeben mit dem Emmericher Rainer Bonhof Weltmeister geworden — als beim 19-jährigen Ballkünstler das Telefon klingelte. Am anderen Ende meldete sich ein Verantwortlicher vom damaligen Bundesligisten Wuppertaler SV und lud ihn zu einem Probetraining ein. Den Kontakt hatte im Vorfeld Rheingold-Präsident Berni "Bäcker" Verhey hergestellt — jener Fußball-Fachmann, der einige Jahre zuvor schon Rainer Bonhof zu Borussia Mönchengladbach vermittelt hatte.

Und Wolfgang Keuken packte seine Chance beim Schopf. Der junge Mann, der in den Rheingold-Jugendteams und in der Niederrhein-Auswahl als exzellenter Abwehrchef auf sich aufmerksam gemacht hatte, überzeugte beim Probetraining und erhielt einen Zwei-Jahres-Vertrag. Der Durchbruch in der Bundesliga blieb "Trixie" allerdings versagt. In der Saison 1974/'75 kam der junge Emmericher unter Trainer Horst Buhtz gerade einmal zu drei Einsätzen: gegen den MSV Duisburg, Eintracht Braunschweig und Werder Bremen. Der Wuppertaler SV stieg ab, Keukens Bundesliga-Laufbahn war schon beendet, ehe sie so recht begonnen hat.

Ein Jahr später wechselte er zum 1. FC Bocholt — am Hünting absolvierte "Trixie" Keuken fünf Spielzeiten in der Zweiten Liga und der damaligen Oberliga. Mittlerweile ist er mit seiner Frau Eva und den Kindern Lars, Nils und Daniela längst in Bocholt heimisch geworden. Mit Fußball hat der Textil-Facharbeiter nur noch wenig am Hut: "Der Sport ist so schlecht geworden, dass ich die Zeit lieber im Garten verbringe." Doch montags schaut der 52-Jährige in der Zeitung nach, wie denn "sein" VfB Rheingold gespielt hat. Schließlich spielt in der aktuellen Bezirksliga-Mannschaft auch sein Neffe Marco Köster...

(RP)
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