Auf Nico Hülkenberg wartet viel Arbeit in der Formel 1

Emmerich : Renault beschwört große Vergangenheit

Motorsport Formel 1: In dieser Saison jährt sich zum 40. Mal der erste Sieg des französischen Autobauers in der Königsklasse des Motorsports. Nico Hülkenberg sieht auf das Team viel Detailarbeit zukommen.

Renault möchte in der Formel 1 an die glorreiche Vergangenheit anknüpfen. Kein Wunder also, dass das französische Werksteam bei der Präsentation des neuen Wagens (die NRZ berichtete) auch noch mal an ein Ereignis erinnerte, das sich in dieser Saison zum 40. Mal jährt.

Beim Großen Preis von Frankreich im Jahr 1979 feierte Jean-Pierre Jabouille den Sieg im Renault R.S.10, der den Spitznamen gelbe Teekanne trug. Es war der erste Sieg für den französischen Autobauer und zudem der erste Sieg eines Autos mit Turbolader in der Königsklasse des Motorsports.

Während sich an Jabouilles Siegfahrt wohl nur noch echte Hardcore-Fans erinnern können, sind die Erfolge von Alain Prost da noch deutlich präsenter. Der viermalige Weltmeister ist mittlerweile als Markenbotschafter für Renault im Einsatz und stand dann auch mit den beiden aktuellen Fahrern, Nico Hülkenberg und Daniel Ricciardo, auf dem Podest in Enstone.

Der neue starke Mann in der Fabrik ist aber augenscheinlich Marcin Budkowski. Der Renault-Geschäftsleiter, der sich fließend in vier Sprachen ausdrücken kann, kam im April des vergangenen Jahres von der FIA.

Sein Augenmerk liegt darauf, dass das Team so aufgestellt ist, um den beiden anderen Werksrennställen, Mercedes und Ferrari, als ebenbürtiger Konkurrent entgegentreten zu können. „Die Veränderungen in Enstone sind beeindruckend und spiegeln unsere Ambitionen wider“, erklärt Budkowski. „Die Umstrukturierung der Infrastruktur wird deutlich durch die neuen Gebäude, das aufgehübschte alte Gelände und der Anschaffung von neuem Equipment.“

Dabei hat der Geschäftsleiter auch das Wohlbefinden der Mitarbeiter im Auge. „In der modernen Formel 1 summieren sich all die vielen Kleinigkeiten“, meint Budkowski. „Dazu gehört auch ein besseres Arbeitsumfeld für die Angestellten, die viele Stunden in der Fabrik arbeiten.“

Während der Saison eher sporadisch schauen die beiden Fahrer in Enstone vorbei. Für Simulatorarbeit gibt es etwa spezielle Testfahrer. Nach der Präsentation des R.S.19 nahmen sich Hülkenberg und Ricciardo dann aber Zeit und beantworteten auf einigen Social Media-Kanälen Fragen von Fans.

So wurde der Emmericher gefragt, in welchem Punkt das Team die größten Veränderungen vornehmen müsse? „Ich denke, wir haben im vergangenen Jahr schon einige Dinge gut gemacht“, antwortete Hülkenberg. „Man hat ja auch in den Resultaten eine Verbesserung gesehen, auch wenn es vielleicht bei der Entwicklung noch nicht so glatt lief, wie wir es uns gewünscht hätten. Da müssen wir dieses Jahr definitiv besser werden. Es geht aber nicht nur um die ein, zwei großen Punkte. Es sind viele Bereiche, an die wir denken müssen. Wir müssen da an den Details arbeiten und schließlich alles zusammenbringen.“

Beide Renault-Piloten zeigten sich gut gelaunt und waren in Plauderlaune. So verriet Ricciardo, dass Sebastian Vettel der einzige Formel-1-Fahrer sei, der an Weihnachten handgeschriebene Grußkarten verschicke. Zudem bekam der Australier vor einigen Jahren von einem Fan in Japan mal einen Nasenhaartrimmer geschenkt.

Hülkenberg erinnerte sich in diesem Zusammenhang an eine Anhängerin, die ihm vor ein paar Jahren einen Heiratsantrag gemacht habe. „Ich habe von ihr auch eine DVD bekommen, auf der sie mir ihre Familie vorgestellt hat“, so der Emmericher.