Fußball: „Alle Spieler sind engagiert“

Fußball : „Alle Spieler sind engagiert“

Der Coach des A-Ligisten SV Haldern wird den Verein weiter trainieren.

Die erste Mannschaft des SV Haldern, die momentan mit einer Ausbeute von 31 Punkten aus 15 Partien Tabellendritter in der Fußball-Kreisliga A ist, wird auch in der kommenden Saison von Christian Böing trainiert. Vor dem heutigen Nachholspiel (20 Uhr) gegen den SV Brünen unterhielten wir uns mit dem 35-Jährigen, der dann im Sommer in sein drittes Jahr als verantwortlicher Coach im Lindenstadion gehen wird, dessen Infrastruktur gerade im Hinblick auf die Wintermonate mit dem neuen Kunstrasenplatz inzwischen noch einmal deutlich verbessert worden ist.

Die Verlängerung ist schon zu einem recht frühen Zeitpunkt bekannt gegeben worden. Das sieht nach einer schnellen Einigung aus.

Christian Böing Das ist in der Tat so. Für mich stand überhaupt nicht zur Debatte mich zu verändern und als auch der Verein signalisiert hat, mit mir weiterarbeiten zu wollen, habe ich sofort zugesagt.

Im kommenden Jahr feiert der SV Haldern bekanntlich sein 100-jähriges Bestehen und möchte gerade auch deshalb in dieser Saison eine gute Rolle spielen. Wie fällt ihr Zwischenfazit aus?

Böing Auf jeden Fall positiv. Alle Spieler sind sehr engagiert und lernwillig. Im Schnitt sind 16 Akteure beim Training, freitags können wir sogar häufiger elf gegen elf spielen. Die Neuzugänge sind sehr gut integriert worden und wir besitzen einen breiten und ausgeglichenen Kader, mit dem sich ziemlich gut auf Ausfälle, Leistungsschwankungen oder Spielstände reagieren lässt. Vor allem wird bei uns der Teamgeist weiterhin groß geschrieben, der gute Zusammenhalt zeichnet die Mannschaft aus.

Aber es gibt sicherlich auch Bereiche, wo noch Luft nach oben ist.

Böing Klar, die Chancenverwertung könnte noch besser sein. Aber mir ist vor allem wichtig, dass wir als komplette Mannschaft funktionieren und wie die Offensivspieler bisher auch in der Defensive mitarbeiten, damit bin ich größtenteils einverstanden. Im Spielaufbau können wir uns sicherlich noch verbessern, müssen schneller nach vorne spielen, auf der anderen Seite aber auch geduldiger agieren. Und bei der Verteidigung von Standardsituationen gibt es noch Optimierungsbedarf.

Mit einem Sieg gegen den SV Brünen könnte der SV Haldern wieder die Tabellenspitze in der Fußball-Kreisliga A übernehmen. Sicherlich eine Position, über die sich alle Beteiligten des Vereins auch am Ende dieser Spielzeit freuen würden.

Böing Zunächst einmal müssen wir das nächste Spiel gewinnen. Und das wird schwer genug. Brünen wird uns alles abverlangen, ist körperlich robust und hat schnelle Offensivspieler. Sollten wir tatsächlich die Spitze übernehmen, wäre das natürlich eine schöne Momentaufnahme, die zeigt, dass sich die gute Arbeit auch auszahlt. Wir tun aber gut daran, nach wie vor nur von Woche zu Woche zu gucken. Wir müssen weiter hart arbeiten, dann wird man am Ende sehen, was dabei herauskommt.

Sie sind Anhänger von Borussia Dortmund. Wie beurteilen Sie die Arbeit ihres Bundesliga-Kollegen auf der Trainerbank?

Böing Ich halte Lucien Favre für einen absoluten Fachmann, der natürlich weniger Emotionen als seine Vorgänger zeigt. Gerade nach dem Spiel in München kann ich allerdings auch die Diskussionen über ihn nachvollziehen. Ich bin da momentan zwiegespalten, wüsste derzeit aber keine Alternative und würde daher erst einmal an ihm festhalten. In erster Linie sind jetzt aber auch die Spieler gefordert, es geht nicht nur mit Hacke und Spitze.

Umstrittene Entscheidungen gibt es bei den Amateuren und Profis gleichermaßen. Wie stehen Sie denn zum Videobeweis?

Böing Grundsätzlich befürworte ich den Videobeweis, gerade bei den Profis geht es ja auch um sehr viel. Allerdings sollte es wie beim Tennis nur eine begrenzte Anzahl von Challenges geben. Durch die oft minutenlangen Unterbrechungen gehen einfach zu viele Emotionen verloren.