Lokalsport: Alain Prost: Renault wird durch Hülkenberg besser und besser

Lokalsport : Alain Prost: Renault wird durch Hülkenberg besser und besser

Formel 1: Beim GP von Monaco ging das Werksteam volles Risiko, das nicht belohnt wurde. Lob erhielt der Emmericher trotzdem.

Renault spielte in Monaco Vabanque - und verlor. Denn wie Cyril Abiteboul nach dem Glitzer-Grand-Prix an der Côte d'Azur zugab, wusste man von einem möglichen Problem am Getriebe im Wagen von Nico Hülkenberg. "Unsere Analysen hatten gezeigt, dass es ein Risiko mit Nicos Getriebe gab. Wir haben uns aber dafür entschieden, es im Auto zu belassen", sagte der Teamchef des französischen Werksteams. Es sollte nicht gut gehen. Mit einem rauchenden Heck musste der Emmericher seinen Boliden noch in der Anfangsphase des Rennens vor der Einfahrt zum Tunnel abstellen.

"Wir hätten für einen Wechsel sonst eine Strafe in Kauf genommen. Um Punkte in unserer derzeitigen Situation zu holen, muss man Risiken eingehen. Es hat sich nicht ausgezahlt. Das ist frustrierend, weil Nico eine gute Pace hatte", so Abiteboul im offiziellen Statement seines Rennstalls. In der Formel 1 bedeutet ein Getriebewechsel eine Zurückversetzung in der Startaufstellung um fünf Plätze. Hülkenberg wäre somit von Platz 15 losgefahren, in einem Rennen, das nicht unbedingt für viele Überholvorgänge bekannt ist.

Auch Nico Hülkenberg hatte einen ganz anderen Auftritt im Fürstentum gewünscht. "Ich denke, ein paar Pünktchen wären drin gewesen", sagte der 29-Jährige. "Wir lagen komfortabel auf dem zehnten Rang und es gab definitiv die Möglichkeit, Punkte zu sammeln. In Monaco darf man einfach nicht ausfallen. Dann wäre wohl Platz neun oder acht drin gewesen."

Der Emmericher berichtete auch, dass er im Cockpit keine Anzeichen bemerkte, dass es zu den Problemen kam. "Sie traten ganz plötzlich auf", so Hülkenberg. "Ich sah Rauch aus dem Heck aufsteigen und das Team hat mir gesagt, ich muss anhalten. Die Diagnose war dann, dass es ein Problem mit dem Getriebe gibt. Für einen Fahrer ist so ein Ende immer enttäuschend, aber es mindert jetzt auch nicht unser Potenzial."

Wenn es bei Renault ums Potenzial geht, dann ist ganz klar, dass die Verantwortlichen voll auf Hülkenberg setzen. Spätestens in der Saison 2020 wollen die Franzosen wieder um den WM-Titel mitfahren. "Nico ist dabei sehr wichtig, genau so eine Person haben wir bei Renault gebraucht", sagt Alain Prost, der für Renault als Berater tätig ist, gegenüber dem SID. Der viermalige Weltmeister zählte gleich mehrere positive Eigenschaften von Hülkenberg auf, die ihn für dieses Projekt prädestinieren würden: "Er ist sehr charismatisch, ein starker Charakter. Er macht das Team besser und besser."

Diese Komplimente gab der Emmericher dann gerne zurück. Schließlich habe Prost in den 1980er-Jahren den Aufstieg von Renault in der Formel 1 geprägt. "Das Team und die Person Prost sind damals gemeinsam zu Ikonen herangewachsen", sagt Hülkenberg, der immer wieder betont hat, dass er die Partnerschaft mit Renault langfristig angelegt sieht. Denn sein Ziel für die Zukunft sei nach wie vor klar. "Ich sehe Renault als mein Sprungbrett", wird der Emmericher von der Sport Bild zitiert. "Mit ihnen will ich mich da vorne hinarbeiten und um Siege und Meisterschaften kämpfen. Ich glaube an dieses Projekt und ich habe extrem viel Lust darauf."

(tt)
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