Fußball: 08-Boss Zafer Can: „Nicht rassistisch gemeint“

Fußball : 08-Boss Zafer Can: „Nicht rassistisch gemeint“

Fußball: Der Vorsitzende des FV Duisburg 08 will mit den Verantwortlichen des SV Vrasselt die Vorkommnisse ausräumen.

Auch noch einige Tage nach dem abgebrochenen Bezirksliga-Spiel des Duisburger FV 08 beim SV Vrasselt beschäftigt die Hochfelder Fußballer das Geschehene. Wie berichtet, fühlte sich Ikenna Onukogu, der nigerianische Torwart der „08er“, rassistisch beleidigt, weil er das Wort „Affe“ gehört haben will. Dies führte zu einem Spielabbruch, der jedoch keineswegs im Sinne der Hochfelder war. „Wir wollten weiterspielen“, berichtet Zafer Can, 1. Vorsitzender des DFV.

„Allerdings ist unser Ersatztorwart Musafi Shehu ebenfalls afrikanischer Abstammung. Er wollte nach Ikennas Reaktion auch nicht mehr spielen. Das Gleiche gilt für Frederick Ansah und Iyobaso Igbinobaro“, so Zafer Can. Ihre Teamkollegen solidarisierten sich daraufhin mit den vier Kickern und verließen ebenfalls das Spielfeld. „Das akzeptieren und respektieren wir natürlich in voller Weise“, bekräftigt Can, dem es ein Anliegen ist, dem SV Vrasselt nun offen gegenüber zu treten: „Ich möchte betonen, dass wir in Vrasselt gut aufgenommen wurden und es ein bis dahin faires Spiel war. Wir machen dem Verein keine Vorwürfe. Wir wollen mit ihnen sprechen und die Sache aus dem Weg räumen. Ich glaube ihnen, dass es nicht rassistisch gemeint war.“

Einzig die Aussagen des Vrasselter Trainers Sascha Brouwer ärgern den 08-Vorsitzenden. Brouwer erklärte gegenüber dem Internetportal FuPa, dass er vermute, dass die „Rassismus-Karte gespielt worden ist, weil wir ja 2:0 geführt haben“. Can: „Das ist eine Aussage, die mich sehr stört. Wir haben auch im Hinspiel einen 0:2-Rückstand gegen sie gedreht und hätten somit noch alle Chancen gehabt, das Spiel für uns zu entscheiden.“

Aus Sicht der Hochfelder ist es Fakt, dass ein Vrasselter Spieler „Hau ab, du Affe“, gesagt hat. Ob dies an Onukogu oder an den ebenfalls an der Situation beteiligten 08-Kapitän Mergim Rustemi adressiert war, bleibt offen und wird wohl auch nur schwer zu klären sein. „Wenn es nicht an Ikenna gerichtet war, hätte der Vrasselter Spieler die Situation sofort aufklären können“, denkt Can, der die Reaktion seines Torhüters dennoch nachvollziehen kann: „Als weißer Mensch kann man sich schlichtweg kein Urteil darüber bilden, wie es sich anfühlt, wegen seiner Hautfarbe beleidigt zu werden. Und Ikenna hat die Aussage auf sich bezogen.“

Inzwischen hat SVV-Coach Sascha Brouwer angekündigt, mit Ikenna Onukogu persönlich sprechen zu wollen. Wie Wolfgang Jades, Vorsitzender des Verbandsfußballausschusses, bestätigte, wird der Fall – wohl nach der Weihnachtszeit – vor dem Verbandssportgericht verhandelt. Von einer Neuansetzung bis hin zu einer Wertung des Spiels sei alles möglich.

„Uns geht es nicht um die Punkte und die Spielwertung“, bekräftigt Zafer Can.

Der Unternehmer, der seit 45 Jahren in Duisburg lebt, lässt sich von den Vorkommnissen in Emmerich nicht von seinem Weg abbringen: „Der Duisburger FV 08 ist mehr als ein Fußballverein. Wir engagieren uns in sehr vielen Bereichen sozial. Ich liebe diese Stadt, den Stadtteil Hochfeld und den Verein. Der Duisburger FV 08 ist zum Multi-Kulti-Verein mit Spielern ganz unterschiedlicher Abstammung geworden und das ist auch gut so. Ich bin stolz darauf.“