Emmerich: Spital setzt mit neuer Intensivstation Maßstäbe

Emmerich : Spital setzt mit neuer Intensivstation Maßstäbe

Gestern wurde die neue Intensivstation des Emmericher Willibrord-Spitals vorgestellt. Größer und komfortabler ist diese. Insgesamt wurden 3,6 Millionen Euro investiert.

Endlich ist es vollendet: die Sanierung und Erweiterung der Intensivstation im Emmericher Krankenhaus. "Bereits 1985, als ich im Willibrord-Spital anfing, gab es Pläne dafür", sagte Dr. Joachim van Alst, Chefarzt der Anästhesie/Intensivmedizin und Ärztlicher Direktor, rückblickend. Heute habe man mit einer Investitionssumme von insgesamt 3,6 Millionen Euro die Größe der Intensivstation auf rund 600 Quadratmeter fast verdoppelt.

"Früher gab es sieben Patientenzimmer mit je zwei Betten. Das Arbeiten war kompliziert und schwierig, weil alles sehr eng war", erzählte van Alst. "Jetzt stehen zehn Zimmer, davon sechs als Einzelzimmer, zur Verfügung. Die Zimmer bieten viel Platz, sind hell, freundlich und zweckmäßig. Bis zu sechs Beatmungsplätze sind vorhanden." Ein Zimmer ist für die Versorgung von deutlich übergewichtigen Patienten mit besonderen Hilfsmitteln ausgestattet. Vorausschauend wurden Patientenzimmer mit PC-Monitoren ausgerüstet, um in Zukunft die Option EDV-gestützter Dokumentation vorzuhalten.

Auch sonst gibt es viel mehr Platz. Die Lagerkapazität wurde erweitert, die Vorräume können als Materialdepot genutzt werden. "Dadurch sind die Materialien vor Ort, das verkürzt die Wege und erleichtert unsere Arbeit", erklärte Michael van Holt, pflegerischer Leiter der Intensivstation. Darüber hinaus stehen Arztzimmer und Gesprächszimmer für Angehörige sowie ein Pflegebüro für Mitarbeitergespräche und Personal-Umkleiden auf der Station zur Verfügung. "Früher fanden Angehörigengespräche auf dem Flur oder in der Wirtschaftsküche statt", sagte van Holt.

Auch die Technik ist auf dem neuesten Stand. Über eine Lüftungsanlage auf dem Dach wird die Klimatisierung der gesamten Intensivstation sichergestellt. "Um diese Intensivstation werden wir beneidet", sagte Dr. Johannes Hütte, Geschäftsführer der Holding pro homine. "Die ist für die Region schon top. Damit können wir mit Maximalversorger-Kliniken, wie es sie beispielsweise in Duisburg und Düsseldorf gibt, mithalten."

Laut einer Vorgabe sollte eine Intensivstation rund fünf Prozent der Gesamtbettenanzahl - das sind im Krankenhaus 293 - haben. "Da sind wir mit 14 gut aufgestellt und es besteht auch noch die Möglichkeit, das zu erweitern", sagte Hütte. "Mittlerweile kommen auch Anfragen anderer Kliniken, beatmungspflichtige Patienten zu übernehmen, weil die Ausstattung hier so gut ist."

Während diese Patienten bis zu mehreren Wochen auf der Intensivstation liegen, beträgt die Verweildauer nach einer Hüftendoprothese oder einem Eingriff an der Wirbelsäule durchschnittlich 24 Stunden, bei größeren Baucheingriffen auch zwei Tage. Insgesamt 26 examinierte Mitarbeiter kümmern sich um die Intensiv-Patienten. "Die Medizin war auch in den alten Räumen sehr gut, jetzt macht es allen aber noch mehr Spaß, hier zu arbeiten", sagte Dr. Joachim van Alst.

(RP)
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