Emmerich: Spargeltag: Absage war nie ein Thema

Emmerich : Spargeltag: Absage war nie ein Thema

In Elten wurde gestern dem "weißen Gold" gehuldigt. Das schlechte Wetter hat den Spargel bislang noch nicht so richtig sprießen lassen. Die Preise sind noch hoch. Den Tag zu verschieben, war nie eine Option, so die Organisatoren.

Gestern fand zum sechsten Mal der Spargeltag in Elten statt. Lange war nicht klar, ob "das weiße Gold" rechtzeitig zum Termin geerntet werden kann, denn fast hätte das Wetter den Spargelfreunden einen Strich durch die Rechnung gemacht. Die wenigen Sonnenstrahlen der letzten Tage ließen aber doch pünktlich zum Spargeltag die ersten Stangen sprießen. Bei der offiziellen Eröffnung durch Bürgermeister Johannes Diks zeigte sich der Frühling dann endgültig von seiner schönsten Seite und sorgte für strahlenden Sonnenschein bei lehrreichen Führungen über die Höfe "van Bebber" und "Derksen".

Mit dem Thema "Wetter" gehen inzwischen sowohl die Arbeitsgemeinschaft "Spargeltag" als auch die Bauern relativ gelassen um. "Wir hätten das Fest so oder so durchgezogen", sagte Manon Loock - Braun, Leiterin der Touristen-Information. Es ginge schließlich hauptsächlich darum, zu zeigen, wie das Gemüse angebaut wird. Das hätte auch ohne erntereifen Spargel funktioniert.

An die Verschiebung des Termins wurde nie ein Gedanke verschwendet. "Wir wollen den Elterner Spargel promoten", meinte Bürgermeister Diks. Dies sei nur ganz zu Beginn der Spargelzeit sinnvoll. Außerdem sei der Emmericher Veranstaltungskalender schon Monate im Voraus ausgebucht. Natürlich sind nun alle froh, dass es mit dem "königlichen Gemüse" doch noch geklappt hat - auch wenn man für die ersten Stangen noch tief in die Tasche greifen muss. Spargelbauer Johannes Derksen ließ sich durch die schlechte Witterung der letzten Wochen und die noch "sehr dünne Ausbeute" nicht aus der Ruhe bringen. Seit den 30er Jahren baut seine Familie das Gemüse in Elten an und mit der Ernte hat es – früher oder später- noch immer geklappt. "Spargel ist eben immer stark wetterabhängig", so Derksen. Entscheidend seien dabei die Sonnenstunden. Vorübergehende Kälte können die Bauern mit Folientunneln, die die Wärme speichern, entgegenwirken. Wenn jedoch die Sonn erst gar nicht scheint, hilft auch das nicht. "Als Spargelbauer braucht man eben starke Nerven und viel Geduld", so Derksen.

Wer diese Geduld nicht hat, kann die Ernte mit beheizbaren Tunneln künstlich vorantreiben. Darauf wird aber auf dem Hof Derksen seit jeher verzichtet. "Das kostet viel Geld und ist ökologisch fragwürdig", sagt der Spargelbauer.

Neben Anbau und Ernte des Spargels standen natürlich auch mögliche Zubereitungsarten im Fokus. Im Hotel-Restaurant Wanders wurde alles aufgetischt, was das "weiße Gold der Küche" hergibt. Das Spargel-Kennenlernmenü präsentierte unzählige Alternativen zu Schinken und Hollondaise. Einen wahren Verkaufsschlager hatte die Eisdiele San Remo zu bieten: Chef Helmut Rosendahl hatte ein neues Spargeleis kreiert. Die neuste Sorte auf der Karte macht ihrem Namen alle Ehre. Nicht süß, dafür frisch nach Spargel schmeckend.

(sabr)
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