Emmerich: Spannendes Schützen-Kino in Elten

Emmerich: Spannendes Schützen-Kino in Elten

Helmut Rosendahl hat in mühevoller Kleinarbeit einen Film zusammengestellt. 100 Zuschauer im Kolpinghaus.

Zu einem gemütlichen Kinoabend gehören eine große Leinwand, etwas zu trinken, eine Tüte Popkorn und ein guter Film. Das alles wurde am Samstag beim Filmabend, der im Rahmen des 90-jährigen Jubiläums der St. Martinus-Schützenbruderschaft im Kolpinghaus Elten stattfand, geboten. Bei dem Film handelte es sich um ein sehr interessantes Dokument der Zeitgeschichte über die Schützen Elten - durchaus auch mit Szenen, die das Publikum zum Lachen brachten. So mancher erkannte Großvater, Vater, Onkel, andere Verwandte und sich selbst als junger Mensch wieder.

Bevor dieser rund eine Dreiviertelstunde dauernde Film gezeigt wurde, hatte Helmut Rosendahl eine Menge zu tun. Er hatte fünf Bananenkartons mit rund 250 VHS-Kassetten aus dem "Archiv Woltering" bekommen - jede mit einer Spielzeit zwischen eineinhalb und zwei Stunden. Die hatte Pastor Bernhard Woltering aufgenommen. Alles musste gesichtet, geordnet, aussortiert, auf den Computer überspielt und dann als Video zusammengesetzt werden. Vor etwa einem Jahr begann der Schütze mit dieser Arbeit. "Ich habe das Beste herausgeholt, was zu retten war. Vieles war von der Qualität her sehr schlecht", sagte Rosendahl, der dabei zwei VHS-Recorder verschliss. Den Film untermalte er mit zackiger Schützenmusik und Märschen, an manchen Stellen beließ er aber auch den Originalton. Gezeigt wurden Szenen der Schützenfeste von 1961 bis 1985. Nach einer Pause wurden in einem zweiten Teil rund 600 Fotos gezeigt, die von den 30er Jahren bis 1985 geschossen wurden.

René Pommerin vom Organisationsteam der Schützen für das Jubiläumsjahr konnte weit über 100 interessierte Kinobesucher im Kolpinghaus begrüßen, die die Vorführung und das frisch zubereitete Popkorn genossen. Der Film begann mit dem Königspaar im Jahr 1961: Winfried und Martha Verhey. Helmut Rosendahl hatte sich die Mühe gemacht, die Namen der einzelnen Schützen als Fließtext mitlaufen zu lassen. Der Umzug durchs Dorf 1962 und Gerd Dörning senior 1963 als junger König wurden gezeigt. "Das war unser letzter König unter niederländischer Verwaltung", erzählte Brudermeister Heinz Wienhoven, der mit viel Spaß den Film anschaute. 1974 trat er den Schützen bei. Und er war sehr erstaunt, dass sein junger Schützenzug 1975 beim Maifest in Zivil beim Umzug mitlaufen durfte, weil die Uniformen noch nicht geliefert worden waren. "Ich hätte gedacht, dass das der damalige Brudermeister nie erlaubt hätte, aber hier ist der Beweis, dass es anders war", sagte er.

Der Film zeigte die ganze Palette des Schützenlebens: Paraden, Proklamationen, die Fahrt in der Kutsche, das Königsschießen am Schießstand, Feiern im Kolpinghaus, der Umzug durchs Dorf, die Kranzniederlegung. Und immer wieder wurde gelacht, als beispielsweise ein Schützenbruder mit bis übers Knie hochgerollter Hose im Umzug mitlief, als der am Anfang des Festes exakte Gleichmarsch später etwas schwankte oder beim Anblick der jungen Leute, deren "Haarmatten" unter den Schützenhüten hervorquollen. Mit viel Spaß sahen sich die Zuschauer auch die Fotos der Eltener Martinusschützen-Geschichte an. Helmut Rosendahl erhielt viel Applaus für seine Arbeit.

Ein weiterer Filmabend - dann geht es um den Karneval der Martinusschützen - ist für Samstag, 17. November, im Kolpinghaus geplant.

(moha)