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Spannende Ausstellung mit acht Künstlern im PAN Kunstforum Emmerich

Kreis Klever Kultourtage : Das PAN wird zum Kunst-Wohnzimmer

Am Samstag wird im Kunstforum im Rahmen der Kreis Klever Kultourtage die Ausstellung „8 Rooms“ eröffnet. Der Titel ist Programm: Acht Künstler zeigen ihre Werke im Museum, das dafür in ein Wohnzimmer verwandelt wurde.

Eigentlich hat alles mit dem Wunsch der Band „Stay King Pin“ angefangen. Die Emmericher Musiker, die am 19. Mai im PAN-Kunstforum im Rahmen eines Wohltätigkeitskonzertes auftreten, hatten beim PAN-Verein nach einer Möglichkeit gefragt, ihren Auftritt mit Kunst im Museum unter einen Hut zu bringen. Schnell wurde bei den Verantwortlichen die Idee geboren, das PAN dafür wie ein Wohnzimmer einzurichten. Verschiebbare Trennwände machen‘s möglich, Sessel und Tische kommen dazu. Die so entstanden Logen, die an Sponsoren verkauft wurden, bieten nicht nur Wohnzimmeratmosphäre, sondern sind auch noch mit Kunstwerken ausgestattet worden, die ab Samstag im PAN zu sehen sind. Acht Künstler, acht Logen – was lag näher, als die Ausstellung dann auch „8 Rooms“ zu nennen?

Die Werkschau dieser Kunstschaffenden, die allesamt aus Köln kommen, ist Bestandteil der Kreis Klever Kultourtage. Und sie hat es in sich. Denn die Agentur „Kunstnavigation“, mit der das PAN bereits mehrfach zusammengearbeitet hat, konzentrierte sich auf zeitgenössische Kunst, die etwas fürs Auge bietet.

 Matthias Hloucha setzt chemische Reaktionen in Bilder um.
Matthias Hloucha setzt chemische Reaktionen in Bilder um. Foto: Markus Balser/Marksu Balser
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Da ist zum Beispiel „Flaca“, eine an den Rollstuhl gefesselte Künstlerin, die am Computer unglaublich schöne und grell bunte Bilder schafft, die manchmal Kinoplakaten oder den Titelseiten von Modemagazinen entlehnt zu sein scheinen. „Flaca“ spielt mit bekannten Motiven und Persönlichkeiten des 20 Jahrhunderts. Es sind vor allem weibliche Ikonen, denen sie sich widmet und die sie regelrecht entfesselt. „Sie ist eine feministische Künstlerin und eine echte Persönlichkeit“, sagt Sven Novak von „Kunstnavigation“.

 Street Art von "Cuts And Pieces".
Street Art von "Cuts And Pieces". Foto: Markus Balser

Nicht weniger provokativ und bunt geht es bei Krisstine Bento Monteiro zu. Auch sie zeigt starke Frauen in exzessiven Farben und kombiniert deren Glanz und Weiblichkeit mit Fetisch-Symbolen. Am Samstag wird sie zur Vernissage auch eine Live-Perfomance bieten.

 Papierkunst und Skulpturen bietet Gosia Richter.
Papierkunst und Skulpturen bietet Gosia Richter. Foto: Markus Balser

Anarchischer Charme und Humor ist bei „Cuts an Pieces“ zu finden, einem Street-Art-Künstler, dessen Arbeiten mit politischen Botschaften verknüpft sind. Kein Unbekannter in Emmerich ist Jo Pellenz. Er zeigt mit Juwelierseide hergestellte Collagen und Installationen, fragil und fein.

Mit Agii Gosse kommt zudem eine Beuys-Schülerin nach Emmerich. Auch sie hat sich bekannten Ikonen des 20. Jahrhunderts gewidmet. Ihre Arbeiten zeigen unter anderem die Beatles, James Bond, Mick Jagger oder bekannte Filmszenen mit Steve McQueen und Robert de Niro – die allerdings allesamt leicht verfremdet. Eine interessante Arbeitsweise hat Matthias Hloucha. Der gelernte Chemiker produziert am Computer Bilder, deren Grundlage chemische Strukturen sind. Die Ergebnisse sind verblüffend schön. Ebenso ästhetisch sind die Arbeiten von Gosia Richter. Sie hat sich den antiken Helden verschrieben. Ihre Bilder: fragile Papierarbeiten. Ihre Skulpturen: federleichte Körper.

Ein ungewöhnliches Sujet hat sich Suat Sensoy gesucht: Er zeigt Fische. Doch geht es ihm dabei nicht um die Tiere an sich, sondern vielmehr um deren Aktionen, Bewegungen und ihre Dynamik. Seine spiralförmigen Fischschwärme scheinen regelrecht in das Auge des Betrachters zu springen. Mal drehen sie sich ab, mal tauchen sie auf, mal explodieren sie förmlich. Einen sehr plastischen Effekt erzielt der Kölner durch die Kombination von Acrylmalerei und Transfer- und Drucktechnik. Ein Hingucker.

Dass die Ausstellung im PAN diesmal nichts mit Plakat-, sondern mit zeitgenössischer Kunst zu tun hat, war durchaus gewollt. „Wir glauben, dass wir hier ein schönes Gesamtpaket zeigen“, sagt Reinhold Sluyterman vom PAN-Verein. Zumal auch die Ausstellungen „Reanimation“ von R.J. Kirsch im Untergeschoss des Museums sowie „Gruppenbild mit Dame – Kluge Köpfe braucht das Land“ von Klaus Cordes im Eingangsbereich noch einmal verlängert wurden. Am Samstag und Sonntag ist der Eintritt zu allen drei frei.

Die nächsten Ausstellungen im PAN sind übrigens bereits in Planung. Im Anschluss an „8 Rooms“ werden Werke des Grafikers Götz Gramlich gezeigt, der derzeit zu den renommiertesten deutschen Plakat-Designern gehört. Um den Herbst herum dürfte es ein weiteres Highlight geben: Dann werden an der Agnetenstraße Picasso-Plakate aus dem Fundus eines Sammlers gezeigt.