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Emmerich: Spannend bis zum Schluss

Emmerich : Spannend bis zum Schluss

Die Verantwortlichen im PAN-Kunstforum machen es spannend. Aus der geheimen Kuratoriumssitzung wollten sie gestern nichts Konkretes nach draußen sickern lassen. Doch die Zeit für Dr. Martin Müller ist abgelaufen.

Weniger als drei Stunden brauchten die neun Mitglieder des Stiftungskuratoriums gestern, um darüber zu entscheiden, ob sie eine außerordentliche Kündigung des Vertrags zwischen PAN und Müller empfehlen sollen. Die öffentliche Stellungnahme war knapp: „Das Kuratorium der Stiftung PAN hat in der Sache intensiv und detailliert beraten. Die abschließende und endgültige Entscheidung fällt Anfang kommender Woche. Dann wird das Ergebnis bekannt gegeben.“

Aus den wenigen Sätzen lässt sich folgendes ablesen. Die Zeit für Dr. Martin Müller und seine beiden Mitsteiter Benjamin Fleig sowie Angelika Gathmann ist abgelaufen. Was der Vorsitzende des Kuratoriums, Ludger Heyming, gestern in wenigen Worten umriss, beschreibt eigentlich nur das juristische Verfahren, das nun seinen Lauf nimmt.

Zur Erläuterung: Vertragspartner von Müller & Co. ist die PAN gGmbH. Diese Gesellschaft besteht aus der PAN-Stiftung (der unter anderem die Plakatsammlung gehört) und der PAN-Förderverein (dessen Vorsitzender Bert Griksch ist). Beide Gesellschafter müssen einer Kündigung zustimmen. Wenn also das Kuratorium der Stiftung gestern getagt hat, so war das im Prinzip nur die Vertretung eines Gesellschafters. Das Kuratorium konnte gestern auch keine Kündigung aussprechen, sondern nur eine Empfehlung abgeben. Diese dürfte allerdings – auch wenn sich alle in Schweigen hüllen – klar gewesen sein: Kündigung.

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Von Bert Griksch ist bekannt, dass er mittlerweile von den Vorkommnissen im PAN so die Nase voll hat, dass er für ein rasches Ende der Ära Müller ist.

So dürften sich beide Seite einig sein. Und daher wird nun Kurt van de Sand derjenige sein, der die Kündigung aussprechen wird. Er ist der neue Geschäftsführer der PAN gGmbH.

Dieser Schritt hat sich in den vergangenen Wochen bereits abgezeichnet, nachdem der Streit im PAN immer mehr eskalierte. Und es gibt bereits Pläne für die Zeit nach Martin Müller. Das muss auch so sein, denn ein Problem drängt seit langem. Es geht um die Archivierung der Plakatsammlung. Diese sollte eigentlich von Martin Müller gemacht werden. Doch das, was er nach Monaten vorzuzeigen hatte, war für den Landschaftsverband Rheinland, der dafür einen Zuschuss von 23 000 Euro gab, überhaupt nicht zufrieden stellend. Das PAN bekam Verlängerung bis Jahresende. Müller allerdings hat inzwischen die Arbeit niedergelegt, die Ausstellungsfläche hat er gesperrt. Mit ehrenamtlichen Kräften wollen die PAN-Verantwortlichen bald wieder öffnen.

(RP)