Sozialverband Emmerich: Immer mehr wollen Hilfe vom VdK

VdK : Sozialverband: Immer mehr wollen Hilfe

In Emmerich hat der VdK mehr als 1500 Mitglieder. Er hilft Menschen, Ansprüche aus dem Sozialrecht durchzusetzen.

Günter Borneck wurde gestern als 1500. Mitglied des VdK-Ortsverbandes Emmerich geehrt. In den neuen Räumen an der Tempelstraße fand eine kleine Feierstunde statt. Der Ortsverband wächst rasant: Vor drei Jahren - im Juni 2016 - wurde das 1000. Mitglied aufgenommen, im November 2018 waren es schon 1400. „Aktuell sind wir genau 1529 Mitglieder“, sagte Erika Bick-Verstraten, die nach dem Tod von Hans-Jürgen Schagen, der seit 2010 Vorsitzender war, als bisherige Stellvertreterin den Ortsverband leitet. Zunächst bis zur nächsten Jahreshauptversammlung, die am 18. März 2020 um 15 Uhr im Hotel/Restaurant Klosterberg stattfindet.

„Dass der VdK so schnell wächst, zeigt, dass der Bedarf da ist. Es zeigt auch, dass das, was da ehrenamtlich geleistet wird, ein großes Vermögen ist“, sagte Bürgermeister Peter Hinze. Die Stadt habe den VdK bei der Einrichtung der neuen Räumlichkeiten, die im Januar 2018 bezogen wurden, gerne unterstützt, weil sie die Arbeit des VdK wertschätze.

Peter Hinze, Gerd Gorißen (stellvertr. Vorsitzender des VdK Kreisverbandes am Niederrhein), Günter Borneck, Erika Bick-Verstraten (v.l.). Foto: Monika Hartjes

Für Günter Borneck, der in Bedburg-Hau lebt und in der Stadtverwaltung Emmerich arbeitet, gab es gleich mehrere Gründe, in den VdK einzutreten. Zum einen sei seine Frau erkrankt und er sei froh, im Bereich der Schwerbehinderung fachkundige Hilfe zu bekommen. „Zum anderen bin ich jetzt 60 Jahre alt und beim ‚Kampf um die Rente’ ist es gut, Unterstützung zu haben. Denn die Bürokratie wird immer mehr.“

Im Jahr 1948 wurde der Landesverband des VdK gegründet, bereits ein Jahr vorher der Ortsverband Emmerich. Nach dem Zweiten Weltkrieg setzte sich der Verband der Kriegsbeschädigten, Kriegshinterbliebenen
und Sozialrentner Deutschlands e. V. vorwiegend für die Belange der Kriegsversehrten und Hinterbliebenen ein.

In den vergangenen Jahrzehnten hat sich der Verband vom ehemaligen Kriegsopferverband zum großen, modernen Sozialverband entwickelt, der für soziale Gerechtigkeit und Gleichstellung kämpft und sich gegen Sozialabbau stark macht. „Zwar setzt sich der VdK auch heute noch für Kriegsopfern und Wehrgeschädigte ein, aber es gibt immer mehr Fälle vor allem im Bereich der Schwerbehinderung und der Renten, um die sich die Juristen kümmern“, erklärte Gerd Gorißen, stellvertretender Vorsitzender des Kreisverbandes am Niederrhein. Sechs Juristinnen sind für den Kreisverband tätig, sie beraten an 13 verschiedenen Sprechstundenorten.

Das Leistungsangebot des VdK ist vielfältig und geht von juristischer Beratung bis hin zu Gerichtsverhandlungen, bei denen die Mitglieder von den Juristen des VdK vertreten werden. Tätig wird der VdK im Arbeitslosenrecht, beim Recht der gesetzlichen Unfallversicherung, bei der Grundsicherung, im Krankenversicherungs- und Pflegeversicherungsrecht, im Rentenrecht, Schwerbehindertenrecht und beim sozialen Entschädigungsrecht. „Viele werden Mitglied aus Solidarität, aber auch, weil sie für nur fünf Euro Beitrag im Monat eine Art ‚Rechtsschutzversicherung’ haben und ein Anrecht auf eine Beratung durch eigene Juristen“, sagte Bob Verstraten, Schriftführer des VdK OV.

Übernehmen die Juristen des VdK einen Fall, so zahlen die Mitglieder nur Pauschalen: Ein Widerspruchsverfahren kostet 30, eine Klage in erster Instanz 50, in zweiter (Berufung) 100 und in dritter (Revision) 95 Euro.

Der Sozialverband VdK bietet im Ortsverband Emmerich am Rhein an jedem zweiten und an jedem vierten Mittwoch im Monat in der Zeit von 9 bis 13 Uhr eine juristische Beratung im Sozialrecht an. Ab 8.30 Uhr liegt in den Räumen an der Tempelstraße 10 eine Liste aus, es wird nach der Reihenfolge aufgerufen.

Außerdem steht das VdK-Team an jedem Mittwochnachmittag von 14 bis 16 Uhr - oder auch an Terminen nach telefonischer Absprache - für Fragen zur Verfügung.

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