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Soundbox: Kunstaktion im Rheinpark Emmerich

Kunstaktion : Ein „stilles Erlebnis“ im Rheinpark

Die Krefelder Künstlerin Monika Nelles hat zwei besondere Kanzeln nach Emmerich gebracht. „Die Soundbox meiner Stille I und II“, war auch schon in Düsseldorf auf der großen Kunstausstellung zu sehen und zu erleben.

Seit Mittwoch stehen sie im Rheinpark, links und rechts des Kriegerdenkmals platziert. Wie Hochsitze aus dem Wald schauen sie aus, doch es sind zwei Kunstwerke, die ihre Besucher zum Innehalten auffordern wollen.

„Die Soundbox meiner Stille I und II“ heißt das Projekt, das die Krefelderin Monika Nelles nach Emmerich gebracht hat. Vor zwei Jahren waren die beiden Kanzeln schon einmal auf der großen Kunstausstellung im Kunstpalast NRW Forum in Düsseldorf zu sehen und haben für Gesprächsstoff gesorgt.

 Vom Hochsitz aus hat man den Rhein im Blick.
Vom Hochsitz aus hat man den Rhein im Blick. Foto: Markus Balser

Denn sie sind nicht nur dazu gedacht, sie anzuschauen, sondern sie auch zu erleben, ihre Leitern empor zu klimmen, die Türe hinter sich schließen, die Ruhe genießen oder neue Eindrücke sammeln. Dabei ist der Begriff „Stille“ Programm: „Es gibt heute kaum noch Räume, in denen man alleine sein kann. Mit den Soundboxen möchte ich dazu Gelegenheit geben“, sagt Monika Nelles.

Wer die Leiter heraufklettert und sich in die Box begibt, muss nur auf eines achten: sicher am Handlauf festhalten. In allem anderen bleibt man sich selbst überlassen, kann die Sicht auf den Rhein genießen, in sich gehen – und auch die ein oder andere Überraschung erleben, die man der Kanzel von außen gar nicht ansieht. Denn für die Besucher hat sich Monika Nelles ein paar Besonderheiten einfallen lassen. Was genau, wird hier nicht verraten. Nur so viel: Es wird die Sinne anregen.

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Monika Nelles, Jahrgang 1949, malt auch Bilder und fertigt Skulpturen. Ihr Schwerpunkt liegt allerdings auf Installationen im öffentlichen Raum. „Ich finde es spannend, wenn Installationen in alltäglichen Situationen auftauchen. Es ist nicht wie in einem Museum oder einer Galerie. Hier muss man sich nicht anmelden oder einen Eintritt bezahlen. Man kann selbst entscheiden, ob und wie man dieses Kunstwerk auf sich wirken lässt“, sagt sie.

So wie das eben auch bis zum 30. Juli im Rheinpark möglich sein wird, einen Ort, den sich die Künstlerin ganz bewusst ausgesucht hat: „Der Ansatz meiner Arbeit ist nicht die Landschaft zu verändern, sondern die Wahrnehmung des Betrachters.“

Die Soundboxen heißen im Verwaltungsdeutsch übrigens „fliegende Bauten“, obwohl sie doch im Boden gut und fest verankert sind. „Für die beiden Kanzeln musste wir bei der Stadtverwaltung eine Baugenehmigung beantragen, aber das hat alles gut geklappt“, erzählt Werner Steinecke vom Emmericher Kunstverein, der die Ausstellung im Rheinpark organisiert hat.