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Emmerich: Shuttle-Service für Schüler

Emmerich : Shuttle-Service für Schüler

In einem nagelneuen Transporter, der abwechselnd von ehrenamtlich tätigen Rentnern gesteuert wird, fahren acht Erstklässler aus Haffen, Mehr und Mehrhoog täglich zur Bislicher Grundschule. Sie sichern deren Erhalt.

Vor der Bislicher Grundschule macht seit Anfang des Schuljahres regelmäßig ein Ford Transit Station. Morgens gegen acht klettern acht Erstklässler aus Haffen, Mehr und Mehrhoog aus dem Kleinbus. Nachmittags geht's dann wahlweise um 14 oder 16 Uhr zurück nach Hause.

In Bislich ist man sehr froh über die i-Dötzchen aus den Nachbargemeinden. Denn ohne sie wäre im September die Gründung einer ersten Klasse praktisch unmöglich gewesen. Gerade einmal 13 Kinder aus Bislich und Diersfordt waren im November 2010 in Bislich angemeldet worden. Die magische Grenze lag bei 18.

In Nachbargemeinde "wildern"

"Ohne Schule aber ist ein Dorf tot", sagt Carmen Kühnen, Vorsitzende des Grundschul-Fördervereins. Zusammen mit engagierten Eltern und dem Heimatverein hatte sich der Vorstand des Fördervereins vor einem Jahr zum Krisengespräch getroffen und überlegt, wie man die Schule retten könnte. Allen war klar: "Kinder regieren die Welt: Ohne Kinder gibt es keine Vereine mehr, die Kirchen bleiben leer, das Leben ist ohne Kinder nicht lebenswert."

Schnell war man sich einig, dass man in Nachbargemeinden "wildern" müsse. "Wir haben in den Kitas in Haffen, Mehr und Mehrhoog Flyer verteilt, auf Medienberichte und Mundpropaganda gesetzt", sagt Carmen Kühnen — mit Erfolg. Am Ende haben sich acht Eltern von auswärts dafür entschieden, ihre Kinder in Bislich einzuschulen. Ausschlaggebend, da ist sich die Fördervereins-Vorsitzende sicher, "war letztlich unser Betreuungsangebot 13 plus bis 16 Uhr und der kostenlose Shuttlebus."

Organisiert wird der Hol- und Bringdienst von Rentner Heinz-Josef Hendricks. Er kann bei der Besetzung der Touren auf ein engagiertes Team von 13 Ruheständlern setzen, die sich bei den Fahrten abwechseln.

Seit Ende vergangener Woche nehmen sie am Steuer eines funkelnagelneuen Transporters Platz, der den bislang genutzten Leihbus ersetzt. Die Leasingkosten für das Neufahrzeug teilen sich fünf Sponsoren, die der Arbeitskreis — bestehend aus Förderverein, Eltern und Heimatverein — an Land gezogen haben. Die offizielle Übergabe des Fahrzeugs, das später einmal die Namen aller Gönner tragen wird, erfolgt nächsten Donnerstag.

Ab August nächsten Jahres werden die Bislicher Rentner wohl noch öfter als unterwegs sein. Denn drei der 28 neuen i-Dötzchen kommen von außerhalb und werden ebenfalls täglich den kostenfreien Shuttleservice in Anspruch nehmen.

(RP/rl)