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Emmerich: Sexualstraftäter greift Betreuerin an und flieht

Emmerich : Sexualstraftäter greift Betreuerin an und flieht

Die Polizei fahndet seit Donnerstag nach Thorsten Paul Kuhn aus Emmerich. Der 42-Jährige ist für Frauen gefährlich. Vor 15 Jahren wurde er wegen sexueller Nötigung und anderer Straftaten in der Forensik in Bedburg-Hau untergebracht, jetzt ist er auf der Flucht.

Die Polizei machte den Fall erst Fraitag publik. Sie war davon ausgegangen, den Emmericher schnell wieder zu erwischen. Doch die Hoffnung trog, von dem Mann fehlt bislang jede Spur. Die Staatsanwaltschaft willigte gestern deshalb in eine Öffentlichkeitsfahndung ein.

Kuhn griff am Donnerstag um 11 Uhr seine Betreuerin (33) in seiner Wohnung in Emmerich an. Seit fünf Jahren darf er dort leben. Die Gutachter gingen von einer positiven Prognose für den Mann aus, so die Polizei gestern. Die Wohnung befindet sich zwischen B 8 und B 220 im Stadtgebiet. Den genauen Standort gab die Polizei nicht bekannt, in der Hoffnung, dass sich der Mann möglicherweise selbst stellt.

Seit 1998 besteht für Thorsten K. wegen sexueller Nötigung und anderer Straftaten ein Unterbringungsbeschluss für die Forensik der LVR-Klinik in Bedburg-Hau. Welche Taten dieser Verurteilung zugrunde liegen, wusste die Polizei gestern nicht. Das sei Sache der Justiz. Ungeachtet dessen machten sich im Internet gestern schon Stammtischparolen breit. Bei Facebook gingen Nutzer so weit, die Todesstrafe zu fordern.

Am Donnerstag hatte die 33-jährige Mitarbeiterin der Landesklinik Kuhn für ein Betreuungsgespräch besucht. Danach attackierte der Emmericher die Frau unvermittelt und hinderte sie am Verlassen der Wohnung. Er berührte sie unsittlich, würgte und schlug sie. Die Frau wehrte sich heftig gegen den Angriff, so dass der Täter von ihr abließ und sie die Wohnung verlassen konnte. Anschließend erstattete sie Anzeige bei der Polizei. Diese stellte fest, dass Kuhn sich nicht mehr in seiner Wohnung befand.

Was dazu geführt hat, dass der Mann nach fünf Jahren, in denen er sich offenbar nichts hat zu Schulden kommen lassen, seine Betreuerin angriff, konnte die Polizei gestern noch nicht erklären. Es ist folglich nicht ausgeschlossen, dass der 42-Jährige dieses Verhalten wiederholt. Das macht die Suche der Polizei nach ihm so dringlich.

Dabei braucht sie die Hilfe der Bevölkerung. Thorsten K. ist 1,88 Meter groß und von athletischer Gestalt. An der rechten Augenbraue befindet sich eine Narbe. Er ist vermutlich mit einer weiten, grauen Jogginghose und einem grau / dunkelblauen Kapuzenpullover bekleidet.

Die Polizei fragt: Wer kennt den Aufenthaltsort des Tatverdächtigen? Wer hat ihn seit Donnerstag um 11.15 Uhr gesehen?

Hinweise bitte an die Kriminalpolizei Kalkar unter Telefon 02824 880.

(hg)