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Seifenkistenrennen in Elten

Wettbewerb : Nervenkitzel in der Seifenkiste

Seit der Premiere im Jahr 2012 stürzen sich Mutige in ihren Eigenbauten den Eltener Berg hinunter. Am 28. und 29. Juni ist es wieder so weit, 50 Anmeldungen gibt es bereits. Auch eine Europameisterin wird vor Ort sein.

Das letzte Juniwochenende steht ganz im Zeichen des Seifenkistenspektakels. Am Freitag, 28. Juni, und Samstag, 29. Juni, findet es bereits zum achten Mal statt. Udo Wittenhorst und Frank te Kempel sind die Initiatoren dieses beliebten Wettbewerbs für Jung und Alt. Ihre Söhne Luca und Timon wollten eine Seifenkiste haben. Aus der Vater-Sohn-Bastelei wurde dann ein echtes Spektakel. „Wir freuen uns, dass in den letzten Jahren 35 bis 40 Teams mit etwa 120 bis 150 Fahrern am Start waren“, sagte Udo Wittenhorst bei der Vorstellung des diesjährigen Programms.

Das Orga-Team, dem neben den beiden Gründungsvätern auch Jonas Brüggemann, Mark Krause, Marco Nellissen, Simon Schütte und Marc Geerlings angehören, steckt mitten in den Vorbereitungen. Vor allem in Sachen Sicherheit gibt es viel zu tun. Waren beim ersten Seifenkistenrennen im Jahr 2012 noch Flatterbänder und einige Reifenstapel genügend, so stellt das THW als federführender Veranstalter mittlerweile ein umfangreiches Equipment zur Verfügung. Statt Flatterband werden die Zuschauer jetzt mit Gittern geschützt, 300 Strohballen und Fangnetze in den Kurven bieten Schutz für die Fahrer. An der Strecke stehen Sicherheitsposten und Ersthelfer sind vor Ort. Das Reglement wurde dahingehend geändert, dass ein zulässiges Gesamtgewicht für die Gefährte vorgeschrieben und per Waage kontrolliert wird – auch kurz vor dem Start. Dass einige Piloten im letzten Jahr durch zusätzliche Gewichte in ihren Jackentaschen mehr Kilos für den ersten Schwung zulegten, soll unterbunden werden.

 Der „Elektro Blitz“ und Team sind auch mit dabei.
Der „Elektro Blitz“ und Team sind auch mit dabei. Foto: hartjes
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„Glücklicherweise ist in den acht Jahren bis auf einen Unfall nichts passiert“, so Wittenhorst. Immerhin fahren die Seifenkisten mittlerweile bis zu 70 Stundenkilometern, wenn sie von einem Konstrukteur wie Leo Behrendt hergestellt werden. Sein „erster Versuch“, der „Monster Energy“ entstand vor drei Jahren und fuhr bisher meistens im Mittelfeld mit. Doch sein zweites Gefährt „Big Foot“ belegte im letzten Jahr erste Plätze bei den Damen und Herren und einen zweiten bei den Junioren. Mit dieser erfolgreichen Seifenkiste ist in diesem Jahr zum ersten Mal ein Team der Firma „Stelzig Elektrotechnik“ dabei. Das Fahrzeug wurde auf den Namen „Elektro Blitz“ umgetauft. „Das ist unsere Antwort auf Elektromobilität“, schmunzelte Marco Kapelle, Inhaber der Firma Stelzig.

Übrigens hat Leo Behrendt noch eine dritte Kiste kreiert, den knallgrünen „Hulk“. Man darf gespannt sein, was sie an Leistung bringt. „Es ist ein echter Nervenkitzel, wenn man in der Kiste sitzt“, sagte der Tüftler. Aber es geht nicht nur um Schnelligkeit. „Für die originellste Kiste gibt es einen Kreativpreis, den eine Jury vergibt“, so Wittenhorst. Außerdem wird ein Technikpreis vergeben für die Kiste, die in Technik, Fertigung und Sicherheit besonders ist.

Bereits am Donnerstagabend dürfen die Fahrer ihre Fahrerlager einrichten, am Freitag ab 14 Uhr finden dann die TÜV-Abnahmen statt, bei denen Gewicht, Länge, Breite, Lenkung und Bremse überprüft werden. Ab etwa 16 Uhr beginnt das freie Training. Die Veranstalter messen die Zeiten, der Schnellste gewinnt den Elten-Cup. Am Abend gibt es ein gemütliches Beisammensein mit musikalischer Unterhaltung durch Gusti Music und Emil Backes aus Straelen. Am Samstag startet nach einem kräftigen Rennfahrer-Frühstück um 11 Uhr eine Fahrerparade, bevor die Wettbewerbe mit dem Junior-Cup beginnen. Nach der Siegerehrung wetteifern Senioren und Ladys um den Sieg, die besten acht Teilnehmer fahren ein High-Speed-Race. Die jüngsten Besucher dürfen sich beim Bobbycar-Rennen messen und auf einer Hüpfburg austoben.

Erwartet wird auch Jacqueline Näther, Europameisterin im Seifenkistenrennen, die ihren Sport näher bringen möchte. Für Essen und Trinken ist gesorgt. „Die Bergretter übernehmen das Catering“, sagte Wittenhorst, der hofft, dass die Besucher kräftig zugreifen, weil mit dem Erlös das Event finanziert wird. Und gutes Wetter brauchen die Organisatoren auch, damit zu diesem Event viele Besucher kommen.