1. NRW
  2. Städte
  3. Emmerich

Rees: Sehnsucht als roter Faden beim Konzert in der Pop-Bar

Rees : Sehnsucht als roter Faden beim Konzert in der Pop-Bar

Das Wort für die Krankheiten des musikalischen Lebens von Nicolas Sturm ließe sich wohl mit "Sehnsucht" umschreiben. Denn genau das ist die analytische Definition seines Bühnen-Daseins. Der Barde versuchte es in der Haldern-Pop-Bar erst gar nicht mit rationalem Gedankengut, sondern preschte direkt vor in den "Sinn des Lebens". Meist verlor er sich dabei in die bereits genannte Sehnsucht.

Die Titel seiner Lieder bestanden aus nicht mehr als einem Wort, wie "Idealist", "Caroline" oder "Nordpol". Und Sturm geizte dabei nicht mit Metaphern. "Wie ein verlorenes Tier finde ich den Weg zurück zu dir", waren Textpassagen, die qualitativ anspruchsvoll, doch irgendwie auch berechenbar waren. Denn was beschäftigt einen deutschen Sänger und Songschreiber mehr als die philosophischen Fragen, die einem im Kopf herumschwirren.

Unterstützt von "Das klingende Ensemble", einer minimalistisch ausgestatteten Trommeleinheit, intonierte das Duett Lieder nach stimmlicher Rio-Reiser-Manier und musikalisch nach Altbekannten wie Gisbert zu Knyphausen. Mal mit verzerrter und mal mit akustischer Gitarre durchleuchtete es verflossene Liebschaften und die innere Zerrissenheit. Seine Lieder hatten jedoch immer was Kritisches. Ganz anders als man bei dem melodischen Gitarrenspiel vermuten würde. Platt waren da allerdings Verse wie "Was hast du erwartet von einem Film mit Karate?" oder "Das ist nicht meine Welt. Die hab ich so nicht bestellt". Das erinnerte an "Echt". Aber solche künstlerische Freiheiten sollten bei so viel Realismus und Melancholie auch mal gestattet sein.

Am Dienstag findet das nächste Konzert in der Pop-Bar statt. Dann spielt ab 21 Uhr die Band "Garda".

(en)