Sechs Jahre Haft für Asylbeweber nach Axt-Attacke in Rees

Landgericht spricht Urteil : Axt-Attacke: Marokkaner muss für sechs Jahre ins Gefängnis

Das Landgericht Kleve hat den 31 Jahren alten Asylbewerber, der im Januar letzten Jahres einen Überfall mit einem Beil in Haldern verübte und danach ein Pärchen in Empel bedrohte, als schuldfähig eingestuft.

Der Asylbewerber aus Marokko, der Anfang letzten Jahres mit einem Beil in der Hand einen Mann auf dem Bahnhof Haldern überfallen und kurz danach in Rees-Empel ein Pärchen aus Wesel bedroht hat, muss für sechs Jahre hinter Gitter. Dieses Urteil verkündete das Landgericht Kleve am späten Montagabend.

Wie berichtet, hatte der Mann im Januar vergangenen Jahres binnen weniger Minuten die beiden Taten verübt. Er flüchtete nach Belgien, wo er wenige Wochen später gefasst werden konnte. Der mittlerweile 31-Jährige war bereits in 2018 zu sieben Jahren Haft unter anderem wegen räuberischer Erpressung verurteilt worden sowie einer Einweisung in einer psychiatrischen Einrichtung. Der Bundesgerichtshof hatte das Urteil in Teilen jedoch wieder aufgehoben.

In seinem Urteil vom Montag schickte das Landgericht Kleve den Angeklagten ins Gefängnis und nicht in eine psychiatrische Einrichtung. Der Marokkaner leide zwar unter einer Psychose, die sei jedoch nicht so ausgeprägt, dass sie seine Schuldfähigkeit beeinträchtigt habe und eine Einweisung rechtfertige. Anders hatte den Fall ein für die Verhandlung neu einbestellter Sachverständiger bewertet, der den Angeklagten als „nicht schuldfähig“ eingestuft hatte. Auch Staatsanwaltschaft und Verteidigung plädierten für eine Unterbringung in einer psychiatrischen Klinik.

Der Verurteilte, der sich bei seinen Opfern entschuldigt hatte, wird voraussichtlich nach Verbüßung eines Teils seiner Strafe in sein Heimatland abgeschoben werden.

(Markus Balser)
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