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Emmerich: Schullandschaft steht vor größeren Umwälzungen

Emmerich : Schullandschaft steht vor größeren Umwälzungen

Emmerichs Schullandschaft steht gegenwärtig auf dem Prüfstand: Gibt es eine Zukunft für die Hauptschule? Soll die Freiheit der Eltern bei der Wahl der Grundschule künftig an Grenzen stoßen, und: Welche Auswirkungen hat das Bemühen um Inklusion? Die Stadt hat ein Team von Experten damit beauftragt, verschiedene Optionen zur Entwicklung der Schulen zu bewerten. Gestern kam das Thema beim Antrittsbesuch des neuen Landtagsabgeordneten Dr. Günther Bergmann (CDU) bei der Stadtspitze auf den Tisch.

Grenzen der Inklusion

Nach den Sommerferien wird die Situation der Grundschulen eingehend beleuchtet. "Im Moment erwarten wir für die Grundschulen in Speelberg und Leegmeer für die nächsten Jahren Anmeldezahlen, die es nötig machen würden, auszubauen" – trotz insgesamt sinkender Schülerzahlen, erklärte Bürgermeister Johannes Diks.

Dafür gebe es in anderen Schulen, etwa in der Stadtmitte, in Hüthum oder Elten, rückläufige Zahlen. Eine politische Entscheidung könnte es nun sein, die Zahl der aufzunehmenden Erstklässler an den stark frequentierten Schulen gezielt zu begrenzen, so dass die Eltern notgedrungen auf andere Standorte ausweichen.

Nach den Sommerferien, wenn die Ergebnisse der beauftragten Experten vorliegen, wollen Politik, Verwaltung und Vertreter der Emmericher Schulen außerdem über die Frage beraten, ob eine Sekundarschule oder eine Gesamtschule gegründet werden sollen – oder, so betonte Diks, ob man gar nichts ändern würde.

Zum Thema Inklusion meldete Günther Bergmann Bedenken an. Er sehe die Gefahr, "dass den Menschen da aus einer Ideologie heraus etwas aufgedrückt wird, das denen, die davon betroffen sind, überhaupt nicht gerecht wird", sagte er. So sehe er "Grenzen für den Bereich der Inklusion", wenn es etwa um Kinder mit schwersten, auch geistigen, Behinderungen gehe, die großer persönlicher Zuwendung bedürften. Es sei fraglich, ob ein junger Mensch in dieser Situation an einer Regelschule wirklich optimal gefördert werden könne.

(RP)