Schützen in Emmerich

Emmerich: Stadt schenkt den Sebastianern 10.000 Euro

Der Kapaunenberg ist der größte Saal in Emmerich. Der Unterhalt ist für die Sebastianer nicht einfach. Die Stadt schenkt ihnen jetzt 10.000 Euro.

Im Kapaunenberg liegt immer etwas an, das saniert werden muss. Und die Schützen haben bereits eine Reihe von Maßnahmen  getroffen, um ihr „Wohnzimmer“ herzurichten. Auch, um die Pächter für den Saal und die Gastronomie zu halten. Bekanntlich machen sie das jetzt wieder in Eigenregie. Die Perspektiven sind vielleicht gar nicht so schlecht, weil ja bekanntlich der Saal Hebben nicht mehr existiert und die Oberhüthumer Schützen nunmehr ebenfalls den Bölt ansteuern.

Eine wichtige Modernisierung betrifft die Toilettenanlagen. Seit Jahren beklagen sich Gäste über den Sanitärbereich. Den nehmen die Schützen jetzt in Angriff. Sie haben Geld und Spenden gesammelt. Und sie bekommen 10.000 Euro von der Stadt Emmerich. Und zwar geschenkt!

Dieser ungewöhnliche Vorgang hat sich am Dienstag im Rat ereignet. Üblicherweise gibt es solche Geschenke nicht. Zumindest nennen sie sich anders. Meistens wird das Geld als zinsloses Darlehen gewährt mit einer langen Laufzeit. So sollten auch die 10.000 Euro auf 20 Jahren zinslos gegeben werden. Das wären für die Schützen knapp 42 Euro monatlich bis zum Jahr 2038 gewesen.

Das ist nicht viel. Und natürlich kann man sich die Frage stellen, ob die Stadt das Geld dann nicht einfach verschenkt. Aber ein Darlehen ist eben kein Geschenk. Und bei einem Darlehen braucht es Nachweise.

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Die Darlehens-Lösung erscheint auch deshalb klug, weil sie für den Antragsteller mit einer Verpflichtung verbunden ist und somit auch eine willkürliche Vergabe verhindert werden kann.

Diesen Weg wollten die Parteien im Rat Dienstag eigentlich auch gehen. Doch die SPD machte plötzlich nicht mehr mit und entschied sich für die Schenkung. In der anschließenden Abstimmung entschied sich eine Mehrheit für das Geschenk. Es gab allerdings ein Dutzend Enthaltungen.

Am Ende frohlockte AfD-Mann Christoph Kukulies, der eine solche Schenkung schon vor Wochen beantragt hatte. Damals war die Idee noch abgelehnt worden. Erst danach traten die Sebastianer mit einem Antrag an den Rat heran.

Hinter vorgehaltener Hand spekulierten nach der Entscheidung die ersten Ratsmitglieder, welcher Verein als nächstes Geld von der Stadt geschenkt haben möchte.

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