Schülerfirma aus Emmerich produziert Samenbomben

Nachwuchs : Schülerfirma produziert Samenbomben

Keimzelle lautet der Name der Firma, die einige Gesamtschüler gemeinsam gegründet haben. Mit dem aktuellen Projekt, nachhaltig hergestellten Kugeln aus verschiedenen Blumensamen, nehmen sie am IHK-Wettbewerb teil.

(snak) „Alles Große fängt klein an!“ So lautet das passende Motto der neuen Schülerfirma Keimzelle der Emmericher Gesamtschule – und klein angefangen haben die Gründer bereits im vergangenen Jahr. Inzwischen wächst und gedeiht die Keimzelle stetig weiter. Fleißig und hochmotiviert arbeiten die Schüler derzeit an dem Projekt, um demnächst mit ihrer Firma Samenbomben – also aus Erde geformte, handliche Kugeln, die Pflanzensamen enthalten – auf den Markt zu bringen. „Man kann sie dann einfach in den Garten werfen, dann wachsen da Blumen“, erklären die Schüler.

Zusätzlich werden die Kinder der Jahrgangsstufen 7 bis 9 damit an einem Wettbewerb der IHK teilnehmen. Dazu besuchte nun Laura Göddert von der IHK die jungen Firmengründer, um sie zu beraten und wertvolle Tipps zu geben.

Marek (13) und Tobias (12) werkeln derweil im Keller der Gesamtschule an einer Aquakultur für den schuleigenen Garten. „Wir wollen hier Schwitzwasser in den Flaschen sammeln und das dann hier runter schicken. Da kommen die Blumen hinein, dann fließt das Wasser so durch die Flaschen“, erklärt der Zwölfjährige die Konstruktion, ehe wieder der Akkuschrauber glüht. Das mindere nicht nur den Wasserverbrauch, sondern spare auch so manchen Gang mit der Gießkanne, erläutern die Schüler weiter.

„Dadurch hat man eine umweltschonende Konstruktion und kann alte Sachen wiederverwenden. Es zieht sich letztendlich über die komplette Firmenstruktur, dass wir hauptsächlich Sachen wiederverwerten. Eigentlich wird so gut wie gar nichts gekauft, das ist auch der Sinn dahinter“, erläutert Frederik Lach, der als Lehrer die SuS zusammen mit seinem Kollegen Sebastian Heinen unterstützt. „Sogar die Verpackungen machen die Kinder selbst, aus handgeschöpftem Papier“, ergänzt Heinen.

Die Aquakulturen sollen im Schulgarten aufgestellt werden – und auch dort ist inzwischen viel passiert. Zunächst mussten die rund 200 Quadratmeter auf Vordermann gebracht, große Steine entfernt und Rindenmulch verteilt werden.

Heute wachsen in den ersten Beeten nicht nur Kapuzinerkresse und Blumen mit essbaren Blüten. Marvin, Phil, Timo und Just sind schon dabei das nächste Beet umzugraben – viel Arbeit also, die die Jugendlichen auch in den Pausen und ihrer Freizeit erledigen.

Am Anfang war die Idee und der Wunsch, etwas Neues zu kreieren, ökologisch, nachhaltig, natürlich nur mit Aussicht auf Erfolg. „Unser Alleinstellungsmerkmal ist auch das gute Gefühl, und dass man etwas für die Umwelt tut“, so die Lehrer. Zusätzlich habe man auch die Optik bedacht. „Das wird dann wie eine Pralinenschachtel und man kann sich die verschiedenen Samenbomben rausnehmen.“

Da die eigenen Samen im Schulgarten erst in einigen Wochen erntereif sind, sollen zunächst Samen zugekauft werden. Später, so der Plan, soll der Bedarf aus dem eigenen Anbau gedeckt werden. „Das Bewusstsein, das sich damit auch entwickelt, ist ja wichtig. Gerade die Kombination aus Natur, Nachhaltigkeit aber auch Schönheit, das Design eines Verkaufsobjekts“, ergänzt Schulleiterin Christiane Feldmann.

Neben Design müssen auch Vertrieb und die Finanzen der Firma stimmen, klärte Laura Göddert die Schüler mit Blick auf den IHK-Wettbewerb Anfang Juli in Duisburg auf. Dort winken dem Sieger immerhin 1500 Euro Preisgeld.

Bis es so weit ist, wartet aber noch eine Menge Arbeit auf die Firmengründer. Das passende Logo muss noch ausgewählt werden, Marketing und natürlich die Arbeit im Garten lassen keine Langeweile aufkommen.

Dabei könnte die Gruppe durchaus noch Unterstützung aus der Schülerschaft gebrauchen. Wie im wahren Leben läuft aber auch in dieser Firma ohne eine ordentliche Bewerbung nichts, so mussten sich auch die bisher neun „Angestellten“ vorab bewerben.