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Emmerich: Schüler besser auf Schulen verteilen

Emmerich : Schüler besser auf Schulen verteilen

Einige Grundschulen platzen aus den Nähten, andere haben zu viele freie Kapazitäten. Das liegt daran, dass Familien die Wahlfreiheit haben: Sie meiden oder bevorzugen bestimmte Schulen. Die Stadt will jetzt gegensteuern.

Besonders beliebt sind die Liebfrauen-Grundschule in Speelberg und die Leegmeer- Grundschule. Zugleich kommt die Grundschule in Hüthum etwas zu kurz, und in der Rheinschule in der Innenstadt wäre noch reichlich Raum. Aber viele Eltern nehmen auch längere Schulwege in Kauf, um ihre Kinder an der Wunsch-Einrichtung unterzubringen.

"An der Liebfrauenschule wird's, was das Raumangebot angeht, schon eng", so Bürgermeister Johannes Diks zur Lage. Die Schule läuft jetzt in allen Jahrgängen dreizügig, das ist das Äußerste des Möglichen: "Da haben wir schon keine Mulitfunktionsräume mehr."

Die verhältnismäßig unterbelegte Rheinschule hat einen sehr hohen Anteil von Kindern mit Migrationshintergrund. Viele Eltern schreckt das ab. An der Leegmeerschule wiederum gibt es einen gegenteiligen Effekt. Dorthin gehen relativ viele Schüler aus polnischen Familien, und das wiederum zieht weitere polnische Familien an.

Auch die Leegmeerschule ist langsam ziemlich voll, und gleichzeitig haben viele der polnischen Kinder kaum Deutschkenntnisse. "Das sind weit über 50 Kinder, das ist eine Menge — und für die Schule eine besondere Herausforderung", so Diks.

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"Wir wollen das Anmeldeverhalten der Eltern ein wenig Steuern, so dass alle Schulen gleichmäßig bedient werden", resümiert er. Wenn nichts passiert, müsste die Stadt irgendwann an ein oder zwei Grundschulen anbauen, während andere ausbluten.

Wie eine Reglementierung des Schülerstroms aussehen könnte, dazu gebe es in der Verwaltung schon Konzepte, aber noch nichts Offizielles. In der vergangenen Woche habe man sich bereits mit Vertretern der Grundschulen beraten, weitere Info-Angebote seien geplant. Im März will die Verwaltung ihre Vorstellungen der Politik präsentieren. Frühestens zu den Einschulungen zum Schuljahr 2014/ 2015 könnten Steuerungsinstrumente eingeführt werden.

Das Problem, dass Eltern mit ihren Kinder auf Wanderschaft gehen, kennt man von Kindergärten schon lange. Eltern müssen damit rechnen, dass sie in der Kita nebenan keinen Platz mehr bekommen, weil sie schon voll besetzt ist — gegebenenfalls mit Kindern, die aus ganz anderen Ortsteilen kommen.

In den Grundschulen gab es solche Umstände noch nicht — bislang. "Bisher hat es noch immer gepasst", sagt Diks. Aber so langsam müsse man sich die Frage stellen: "Was passiert, wenn eine Grundschule vollgelaufen ist?" Die Möglichkeit, dass zu wenig frequentierte Grundschulen aufgegeben werden, wird nicht in Betracht gezogen, betont der Bürgermeister. "Es gibt sechs Grundschulen in Emmerich, und daran soll nicht gerüttelt werden. Es gibt keine Diskussion, eine Grundschule zu schließen."