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Schüler aus Emmerich und den Niederlanden nehmen an Kunst-Projekt teil

Schul-Projekt : Gemeinsame Kunst für die Freundschaft

Im Rahmen der Aktion „Hallo Europa“ haben 86 deutsche und niederländische Schüler ein gemeinsames Kunstprojekt vollendet, bei dem auch der Gedanke „75 Jahre Frieden und Freiheit“ eine wichtige Rolle spielte.

Im Werkraum der Gesamtschule herrschte am Mittwoch emsiges Treiben. Heißkleber-Pistolen, Akkuschrauber, Farbe, Sägen – fast alles, was dort zu finden war, wurde in Beschlag genommen für eine ganz besondere Aktion. Unter dem Motto „Hallo Europa – Frieden, Freiheit und Nachhaltigkeit“ hatten sich an mehreren Tagen 86 Schüler aus Emmericher und niederländischen Schulen zusammengefunden, um gemeinsam kleine Kunstwerke zu basteln, die den Gedanken von 75 Jahre Frieden und Freiheit weitertransportieren wollen.

Schon im September vergangenen Jahres war das deutsch-niederländische Projekt mit verschiedenen Aktionen in Emmerich gestartet.

Beteiligt an dem Projekt sind die Gemeinden Oude Ijsselstreek, Montferland, Doetinchem und die Stadt Emmerich.

Bei einer abschließenden Besprechung zogen die Bürgermeister der beteiligten Städte zusammen mit Schulleitern, Lehrern und einigen Schülern ein positives Fazit des Projekts. Emmerichs Bürgermeister Peter Hinze, der den Anstoß zu dem Projekt gegeben hatte, dankte vor allem Christa an Dee von der „Vereniging Leefbaarheid Netterden“, die für die Aktion die Fäden gezogen hatte, mit den Schulen in Kontakt getreten war und gemeinsame, deutsch-niederländische Aktionen wie eine Fahrt nach Oberhausen oder zum Kroeller-Müller-Museum organisiert hatte. „Sie hat die Aktion mit Herz und Leben gefüllt“, so Hinze.

Der Bürgermeister hatte zuvor noch einmal betont, dass es ihm besonders um den Gedanken der Freiheit gegangen sei und darum, dieses „große Gut“ nicht nur in der Rückschau, sondern auch mit Blick auf die Zukunft zu behandeln. „Wir haben jetzt seit 75 Jahren Frieden und Freiheit. Das ist eine große Errungenschaft. Und unsere Nachbarschaft ist wichtig. Aber die Frage ist ja, wie kriegen wir die nächsten 75 Jahre gestaltet“, so Hinze. Daher die Idee, ein grenzüberschreitendes Projekt mit Jugendlichen zu initiieren.

Und die 13- bis 17-Jährigen nahmen den so rübergespielten Ball gerne auf. Was ihnen neben dem Thema Frieden besonders wichtig ist, konnte man an ihren Kunstwerken gut erkennen: die Umwelt, vor allem die zunehmende Vermüllung der Meere, wurde immer wieder aufgegriffen.

Das Miteinander von niederländischen und Deutschen Jugendlichen funktionierte bei allen Unterschieden im Schulsystem gut, auch sprachlich. Wobei Christa van Dee feststellte, dass mittlerweile mehr Deutsche gut Niederländisch sprächen als umgekehrt. „Früher war das genau anders herum“, sagte van Dee.

Gesamtschülerin Emma Wittenhorst, die zusammen mit einer niederländischen Schülerin das Thema „Frieden“ und die deutsch-niederländische Freundschaft mit einem aus vielen Kronkorken bestehenden Peace-Zeichen umgesetzt hatte, war voll des Lobes: „Ich finde, man könnte noch viel mehr solcher Projekte machen, um die Freundschaft zu stärken.“

So sah es auch Bürgermeister Peter Hinze: „Es ist wichtig, dass wir den Gedanken von Friede und Freiheit auch in die nächsten Generationen hineintragen, sonst gehen sie verloren. Vielleicht nicht jährlich, aber doch regelmäßig sollten diese Projekte wiederholt werden“, regte er an.

Bei Stephan Bieke, Leiter des Willibrord-Gymnasiums, dürfte er damit offene Türen eingerannt haben. „Hier wurde ein Stein ins Rollen gebracht, um uns besser kennenzulernen und uns gegenseitig zu akzeptieren.“ Gerade vor dem aktuellen Hintergrund der Ereignisse in Hanau sei das gegenseitige Verständnis füreinander wichtiger denn je, so der Schulleiter.

Wie Christa van Dee erklärte, ist vorgesehen, die Kunstwerke der Schüler im Frühjahr an den jeweiligen Schulen auszustellen. „Wenn es geht, auch draußen. Das Ganze soll dann mit einer Fahrradroute verbunden werden“, erklärte sie.