Rees: Schranken bleiben länger zu

Rees: Schranken bleiben länger zu

Die Stadt Rees zeigt sich enttäuscht über eine Stellungnahme des Eisenbahn-Bundesamtes zu den Schließzeiten der Schranken. Sie werden auch künftig länger als 240 Sekunden geschlossen bleiben.

Lange Schließzeiten an den Schranken sind nicht nur ein Ärgernis, sie sind auch gefährlich: Sie verursachen einen immensen Zeitverlust bei Rettungs- und Feuerwehreinsätzen, sie können Passanten dazu verleiten, die Übergänge trotz geschlossener Schranken zu überqueren und sie führen zu verkehrsbehindernden Autoschlangen. Wie gefährlich die sein können, lässt sich regelmäßig in Haldern beobachten, wo sich die Fahrzeuge oft bis auf die B 8 zurückstauen. Zudem nehmen die Schrankenschließzeiten an den Bahnübergängen entlang der Betuwe-Linie kontinuierlich zu.

Grund genug, für die Reeser SPD-Fraktion darauf hinzuweisen, dass eine entsprechende Regelung besage, die Bahnübergänge dürften nicht länger als 240 Sekunden geschlossen bleiben. Auf ihren Antrag hin hatte der Reeser Bürgermeister vor kurzem das Eisenbahn-Bundesamt in Bonn (EBA) angeschrieben und gefordert, die Schließzeiten zu überprüfen und für eine Reduzierung zu sorgen (die RP berichtete).

Regelung für den ersten Zug

Jetzt ist das Antwortschreiben des Eisenbahn-Bundesamtes im Rathaus eingegangen. Darin wird zunächst darauf hingewiesen, dass es sich bei der 240-Sekunden-Regelung nicht um eine Regelung der Eisenbahn-Bau- und Betriebsordnung, sondern um eine selbst auferlegte Richtlinie der DB Netz AG handele.

Die darin verankerte 240-Sekunden-Regelung gelte für den ersten Zug. "Wenn bei einer zweigleisigen Strecke in dieser Zeit ein Zug den Einschaltkontakt der Gegenrichtung überfährt, bleibt die Schranke selbstverständlich geschlossen. Dies kann bei vielbefahrenen zweigleisigen Strecken folglich zu längeren Schließzeiten führen", so das EBA. Würde die Schließzeit von 240-Sekunden für den ersten Zug überschritten, werde statt einer Halbschrankenanlage eine Vollschrankenanlage vorgesehen und das verbessere den Umstand des langen Wartens nicht, denn systembedingte, längere Vorlaufzeiten würden zu einer weiteren Verlängerung der Schließzeiten führen.

Bis zur Beseitigung der Bahnübergänge im Zuge des dreigleisigen Ausbaus der Betuwe-Linie "können wir nur an die Disziplin und den gesunden Menschenverstand der Straßenverkehrsteilnehmer appellieren, die Sicherungseinrichtungen an Bahnübergängen zu akzeptieren und zu beachten", so das Bundesamt.

Bürgermeister Gerwers zeigt sich enttäuscht von der Reaktion des Eisenbahn-Bundesamtes: "Wir werden nun erneut Kontakt zur Bahn aufnehmen, um unserer Forderung, die Schrankenschließung zu optimieren, Nachdruck zu verleihen. Dies ist notwendig, da sich mit zunehmendem Verkehr auf der Schienenstrecke auch die Schrankenschließzeiten kontinuierlich verlängern."

(RP)