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Rees: Schöne Pläne fürs alte Haus Schaeling

Rees : Schöne Pläne fürs alte Haus Schaeling

Der neue Eigentümer Klaus Schmidt bietet Führungen an. Im nächsten Jahr will er die erste Ausstellung präsentieren.

Wer im Spätherbst aus Südfrankreich kommend sich auf einen längeren Aufenthalt in Rees freut, der muss ein besonders schönes Zuhause haben. Das hat Klaus Schmidt. In diesem Jahr hat er das Haus Schaeling am Mühlenturm erworben.

Alle Renovierungsarbeiten sind abgeschlossen. Bis auf die Fenster. Ein wunderschönes Interieur hat Schmidt geschaffen, das er auch der Öffentlichkeit zugänglich machen will. "Bis auf die Schlafräume", ergänzt er schmunzelnd, obwohl sich auch hier ein Besuch lohnen würde, hat er doch antiquarische Möbel aus Südafrika und Indien, wie eine 150 Jahre alte Hochzeitstruhe, selbst aufgearbeitet und mit ihnen sein neues Haus ausgestattet.

Wenn Nachbarin Heike Beyer vom Kolpinghaus mitten in der Nacht das beleuchtete Haus sieht, hat sie sich schon Gedanken um das Wohlergehen des neuen Besitzers gemacht. Doch er hat sie beruhigt. "Wenn ich nachts nicht schlafen kann, dann arbeite ich hier. Wachse die Böden, die wieder ihre natürliche Farbe haben und nicht mehr lackiert sind. Arbeit finde ich immer." Wenn nicht, dann malt der Privatier, der Jahrzehnte für die EU als Ministerialdirektor tätig war. Das ehemalige Kaminzimmer hat er bereits als Ausstellungsraum gestaltet und 30 seiner Werke, Kopien berühmter Maler, an die Wand gehängt. Und tatsächlich, auch er kann sich in die Reihe derer einordnen, die das Haus Schaeling am Mühlenturm gemalt haben.

Mitgebracht hatten seine Frau und er jetzt ein australisches Künstlerehepaar. "Unser Freund war vom Niederrhein so begeistert, dass er Landschaftsstudien und unzählige Aufnahmen gemacht hat. Das Wetter war so wechselhaft, dass er die besonderen Lichtverhältnisse fotografierte, um sie später in seinen Bildern festzuhalten. So werden wir vielleicht auch mal Werke von einem australischen Künstler hier bei mir sehen." Vor seinem Kamin stehen afrikanische Skulpturen, Kunos heißen sie. "Kuno ist ein typischer Rittername. Sie sind die Wächter des Hauses", erzählt er schmunzelnd. Im kommenden Jahr will er in Südafrika weitere Kunstgegenstände erwerben, um sie in Rees zu präsentieren.

Noch fehlt die passende Illumination, dann können die Gäste kommen. Auf jeden Fall hat sich Schmidt schon mit Filzpantoffel für Besucher eingedeckt. Wer vorbeischauen möchte, ist willkommen. Dann ist er vielleicht auch bereit, His Master's Voice, das Grammophon mit dem legendären Trichter, anzuschmeißen.

(ha)