Emmerich: Schmitten-Katalog: Ganz in Weiß

Emmerich : Schmitten-Katalog: Ganz in Weiß

Heute wird der neue Schmitten-Katalog im Resonanz-Raum Kunst im Klever Museum Kurhaus vorgestellt. Es ist ein griffiges Taschenbuch mit einem großen Kompliment an Kleve geworden.

Ihn in die Gesäßtasche zu stecken, wäre ein Frevel. Auch wenn er dort hinein passen würde, der neue, im halben DIN-A-5-Format erschienene Katalog zur Schmitten-Ausstellung. Dann doch lieber die Tasche des Sakkos - so wird er zur Begleitung durch die Ausstellung in den Räumen des Museums. Und das wird dem liebvoll gestalteten kleinen, aber feinem Heft auch gerechter. Matte Pappe umschließt das Büchlein, eine Banderole trägt den Titel. "Ein größeres Buch war aus Kostengründen nicht machbar", sagt Museumsdirektor Prof. Harald Kunde mit Blick auf die Kosten der Ausstellung.

Schon in der Einleitung machen Fritz Behrens, Präsident, und Ursula Sinnreich, Generalsekretärin der Kunststiftung NRW, der Stadt ein großes Kompliment: "In Kleve bedeutet Stadt weit mehr als Lebensraum zu sein: In der Stadt zu leben, heißt hier, in einem Kulturraum zu leben. Dies gilt im Besonderen für das Areal um das Kurhaus und das in ihm beheimatete Museum. Hier begegnen sich Geschichte und Gegenwart, gehen Landschaft, Garten, Architektur und Kunst eine Symbiose der besonderen Art ein", schreiben sie. Und völlig zu Recht vergessen sie auch nicht, dass die Kunststiftung NRW daran, dass dieser Ort ein besonderer ist, nicht unbeteiligt ist, so oft sie Projekte in Kleve gefördert hat. Jetzt also die Kunst Schmittens, die sich perfekt in das Ensemble zu fügen scheint und doch die so gewohnten Bezüge zugleich stört.

Und die, wie seine "Wartende" draußen vor der Tür, selbstverständlich die Bezüge aufnimmt, die die Kunst des Museums anbietet: von Lothar Baumgartens Schrift auf der Wand über Schüttes Großen Geist im Innenhof hin zu Balkenhols Eisernem Mann im Amphitheater, dem Baum Giuseppe Penones und den versinkenden Würfeln von Günther Zins im Forstgarten.

Redaktionell bearbeitet hat den Katalog Kuratorin Valentina Vlasic, die auch einen der beiden Haupttexte zu Schmitten schrieb und die Fotos auswählte. Den zweiten Text des Werkes schrieb Doris Krystof (Kunstsammlung NRW, Düsseldorf), die sich auf die weiße Skulptur Schmittens konzentriert: Frei nach Udo Jürgens heißt es also "Ganz in Weiß". . .

In der Veranstaltungsreihe "Resonanzraum Kunst" wird der Katalog am heutigen Dienstag, 19.30 Uhr, im Beisein von Andreas Schmitten vorgestellt. Er wird dabei auch mit Kuratorin und Katalogautorin Doris Krystof (Kunstsammlung NRW, Düsseldorf), mit Museumsdirektor Prof. Harald Kunde und der Kuratorin Valentina Vlasic über sein Werk und die aktuelle Ausstellung im Museum Kurhaus Kleve sprechen. Mit dabei auch Harald Bongaertz, Sammler aus Düsseldorf, der als Kenner der Rheinischen Kunstszene gilt.

Der Eintritt zu "Resonanzraum Kunst" beträgt 5 Euro (3 Euro für Mitglieder des Freundeskreises).

(mgr)
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