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Emmerich: Schaffeld: "Ich fühlte mich bedroht"

Emmerich : Schaffeld: "Ich fühlte mich bedroht"

Nach einer harschen E-Mail von Christoph Debiel schlagen die Wellen in der Christophorus-Gemeinde wieder hoch. Auch die "kritische Gruppe" aus Speelberg meldet sich zu Wort. 100 Teilnehmer bei Sondersitzung in Heilig Geist.

Es hat mächtig gekracht in der Christophorus-Gemeinde. Auslöser sind Christoph Debiel, der in einer E-Mail harsche Kritik an der Vorstandswahl des Seelsorgerates geübt hatte, und Cornel Klaßen. Am Donnerstag kam der Seelsorgerat zu einer außerordentlichen Sitzung im "Treffpunkt" der Heilig-Geist-Kirche zusammen. 100 Gemeindemitglieder waren dabei.

Stadtpfarrer Karsten Weidisch, Andrea Schaffeld (Vorsitzende des Rates der Seelsorgeeinheit) und die Kritiker Cornel Klaßen sowie Christoph Debiel (v.l.). Foto: MArkus van Offern

Am 23. Dezember habe er eine E-Mail von Cornel Klaßen im Namen der "kritischen Gruppe" aus dem Pfarrbezirk Liebfrauen erhalten, so Pfarrer Karsten Weidisch. Am Samstag letzter Woche bekamen alle Mitglieder des Rates dann eine E-Mail von Christoph Debiel, die voller Anschuldigungen und Beschimpfungen war. Unter anderem wurde die Richtigkeit der Wahl angezweifelt.

Stadtpfarrer Karsten Weidisch, Andrea Schaffeld (Vorsitzende des Rates der Seelsorgeeinheit) und die Kritiker Cornel Klaßen sowie Christoph Debiel (v.l.). Foto: MArkus van Offern

"Es hat einen Formfehler gegeben, als das berufene Mitglied Joana Kroes aus Dornick nicht mit abgestimmt hatte", so der Pfarrer. Christoph Debiel habe den Fehler nach Münster gemeldet. Deshalb sei die Wahl wiederholt worden, das Ergebnis war das gleiche.

Stadtpfarrer Karsten Weidisch, Andrea Schaffeld (Vorsitzende des Rates der Seelsorgeeinheit) und die Kritiker Cornel Klaßen sowie Christoph Debiel (v.l.). Foto: MArkus van Offern

Er habe vor der Sitzung noch bei der Kirchenrechtsabteilung in Münster nachgefragt, die bestätigt habe, dass alles rechtens sei, so Weidisch. Ebenfalls habe er sich abgesichert, dass über den Brief von Debiel öffentlich gesprochen werden durfte, aber ohne ihn vorzulesen.

"Wir wollen heute besprechen, wie wir darauf reagieren", so Andrea Schaffeld, Vorsitzende des Rates der Seelsorgeeinheit. In dem fünfseitigen Schreiben seien erhebliche Vorwürfe geäußert worden, es war von "Kollateralschäden" die Rede, es wurde unterstellt, dass Schaffeld 600 Unterschriften aus der Gemeinde habe verschwinden lassen. Christoph Debiel hatte sie über eine Online-Petition zur Unterstützung von Pfarrer Karsten Weidisch gesammelt. "Ich empfand die E-Mail als Bedrohung", so die Vorsitzende. Ein anderes Mitglied bezeichnete das Schreiben als "krank".

Christoph Debiel, der anwesend war, diskutierte mit Weidisch heftig über die seiner Meinung nach falsche Zusammensetzung des Rates. Als die Ratsmitglieder ankündigten, künftig nicht mehr auf E-Mails zu reagieren, verließ Debiel entrüstet die Versammlung. "Ich lasse mir nicht vorschreiben, wie ich mit dem Seelsorgerat in Kontakt trete."

"Es gibt einen Hetzer in der Gemeinde, und der hat sich mit diesem Brief offenbart", meinte Karl-Heinz Lammerich. Uli Döbberthin sagte: "Weidisch und Olding habe ich als kritikfähig erlebt. Sagen Sie Ihre Kritik nicht durch Briefe nach Münster oder Gottesdienststörungen, sondern sprechen Sie in Ruhe mit ihnen." Von der "kritischen Gruppe" wiederum wurde dem Seelsorgeteam vorgeworfen, dass es nicht mit sich reden lasse.

Weidisch sagte dazu, dass man sich nach der Postkartenaktion (Postkarten mit Kritik an Weidisch gingen an den Bischof) zusammengesetzt habe, aber auch ein weiteres Gespräch mit professioneller Führung sei gescheitert. Debiels E-Mail zeige, dass "aus dem Untergrund" weiter provoziert werde. Man komme da nicht weiter.

"Lassen wir die Fronten in Ruhe bestehen und konzentrieren uns auf die Gemeindearbeit", meinte Kaplan Christian Olding.

Für den Rat der Seelsorgeeinheit ist die Situation nicht einfach. "Ich habe mich auf die Arbeit gefreut", meinte Neumitglied Ulrike Ricken. "Bisher haben wir noch nichts geplant, weil wir unsere Arbeit auf der Klausurtagung besprechen wollten. Trotzdem fühlen wir uns schon unter Druck gesetzt und müssen uns rechtfertigen."

(moha)