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Sanierungsarbeiten an Rheinbrücke Emmerich-Kleve nur wenige Tage in Verzug

Sanierung Rheinbrücke : Die Arbeiten liegen weiter im Zeitplan

Auch die Corona-Krise hat den vorgegebenen Zeitplan für die Sanierung der Rheinbrücke nicht durcheinander bringen können. Die Kolonnen arbeiten zwar jetzt getrennt, sind dadurch aber nur wenige Tage in Verzug geraten.

Seit etwas mehr als anderthalb Jahren wird bereits an der Rheinbrücke Emmerich-Kleve gearbeitet. Dabei schreitet die umfangreichste Sanierung in der mehr als 50-jährigen Geschichte des Bauwerks gut voran. Auch die Corona-Krise konnte den vorgegebenen Zeitplan bislang nicht durcheinander bringen. „Wir lassen zwar jetzt die Kolonnen getrennt von einander arbeiten, aber wir sind dadurch nicht großartig in Verzug geraten. Etwa drei Tage sind wir hinten dran“, sagt Sebastian Achten, der für Straßen NRW die Bauüberwachung bei diesem Projekt inne hat.

Wie berichtet, werden an Deutschlands längster Hängebrücke unter anderem die insgesamt 200 Hängerseile sowie die Tragseile ausgetauscht. Zudem wird die Fahrbahn saniert. Sechs Jahre sind für die Arbeiten insgesamt veranschlagt worden. 28 Millionen Euro investiert der Bund in diese Maßnahme.

Über ein Viertel der ursprünglich veranschlagten Bauzeit ist also schon vorüber. Die Arbeiten sind in zwei Phasen eingeteilt worden. Die erste begann unter anderem mit dem Austausch der Hängerseile an jenem Teil der Brücke, der Emmerich zugewandt ist. „An jedem Punkt werden zwei Seile gleichzeitig entfernt und etwa eine Woche später wieder erneuert“, sagt Achten. Mehr auf einmal geht auch nicht, denn die Arbeiten an dieser sensiblen Stelle müssen nach einer strengen Vorgabe verlaufen, um nicht die Stabilität der Brücke zu gefährden. Deshalb darf immer nur an zwei Seilen gleichzeitig gearbeitet werden und das auch nur in einer vorgegebenen Reihenfolge. Etwa 25 Hängerseile wurden auf diese Weise bislang ausgetauscht worden. Geplant ist, dass die Baustelle dann im kommenden Jahr auf die andere Seite der Brücke wandert.

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Vom Fortschritt dieser Arbeiten ist von außen nicht viel zu sehen. „Nur wer ganz genau hinguckt, kann erkennen, wo gerade die Seile fehlen“, erklärt der Mann von der Bauüberwachung.

Besser erkennbar: der aufgetragene Korrosionsschutz an den Pylonen, der durch seinen dunkleren Farbton hervor sticht. Da es sich bei der Rheinbrücke um ein Baudenkmal handelt, müssen auch hier genaue Vorgaben beachtet werden. Denn die Rheinbrücke soll farblich wieder so sein, wie sie einmal war. Zuletzt hatte sich das Rot eher in ein Schweinchen-Rosa verwandelt.

Die zweite Phase wird voraussichtlich im Jahr 2023 in Angriff genommen werden können. Dann stehen unter anderem die Erneuerung von Fahrbahn, Geh- und Radwegen und weitere Arbeiten an Leitschwellen, Geländern sowie an den Seitenfeldern auf dem Programm. Zehn Millionen Euro werden dafür investiert.

Die Verkehrsprobleme, die es bei vorübergehenden Fahrbahnsperrungen mehrmals zu Beginn der Bauarbeiten gab, sind momentan kein Thema. Die Stadt Emmerich steht in regelmäßigem Austausch mit dem Landesbetrieb. Von Emmerich nach Kleve rollt der Verkehr über die Brücke gut, allerdings kommt es in der umgekehrten Richtung zu den Stoßzeiten immer wieder zu Verzögerungen, auch weil gleichzeitig am Deich auf der Klever Seite gearbeitet wird.

Im Verlauf der Sanierung wird die Rheinbrücke auch noch das ein oder andere Mal gesperrt werden müssen. In diesem Jahr aber wohl eher nicht mehr. Sebastian Achten geht davon aus, dass dies voraussichtlich erst wieder im nächsten Frühjahr der Fall sein wird.

Dass die Hängerseile der Rheinbrücke erneuert werden müssen, war übrigens bei einer Kontrolle mit Ultraschall aufgefallen. Die Landesbehörde Straßen NRW geht davon aus, dass die Brücke nach der umfangreichen Sanierung wieder mindestens für 50 weitere Jahre ihre Dienste tun wird.