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Emmerich: Salz: 100.000 Euro fürs Silo?

Emmerich : Salz: 100.000 Euro fürs Silo?

Der harte Winter sorgt bereits wieder für einen Engpass beim Streusalz in Emmerich und Rees. Das wirft die Frage auf, ob nicht größere Lagerkapazitäten sinnvoll wären. Doch das scheint kaum rentabel zu sein.

Das Silo in Rees war rappelvoll. 75 Tonnen Streusalz warteten dort auf ihren Einsatz. Doch gut die Hälfte ist inzwischen aufgebraucht. Auch in diesem Winter könnte das Streumaterial knapp werden.

Kein Wunder also, dass eine Diskussion in Gang kommt, ob Rees nicht seine Lagerkapazitäten erhöhen sollten. Für Stadtwerke-Chef Clemens Verweyen sind das Gedankenspiele, die in Zeiten klammer Stadtkassen einfach unrealistisch sind. "Wir müssen doch die Kirche auch mal im Dorf lassen. Die letzten Winter waren einfach atypisch. Es ist kaum davon auszugehen, dass wir immer solche Verhältnisse am Neiderrhein haben", meint er.

Zusätzliche Lagerkapazitäten seien einfach unheimlich teuer. "Einen zweiten Silo-Turm für Rees halte ich für überzogen." Der sei auch nicht gerade billig. Das jetzige Silo hatte vor 20 Jahren 70 000 Mark gekostet. Schon damals eine enorme Summe.

"Heute müsste man für einen Speicher dieser Größe sicher 100 000 Euro bezahlen. Das rechnet sich einfach nicht", meint Verweyen.

Rees sei für den Winterdienst gut aufgestellt und das Silo am Bauhof in einem Top-Zustand. Daher gebe es keinen Anlass, über den Kauf eines zweiten Silos nachzudenken. "Wir müssen bei Engpässen auch an die Vernunft der Bürger appellieren. Dann können nur noch die wichtigen Wege gestreut werden."

Überlegungen in Emmerich

"Natürlich haben wir auch schon mal über eine Erweiterung der Lagerflächen nachgedacht", sagt Klaus Gruyters. Der Betriebsleiter des Bauhofes (KBE) verweist aber auch darauf, dass das Wetter nicht immer so dramatisch sei, um Investitionen, in welcher Höhe auch immer, zu stemmen.

In Emmerich würde wohl eher eine Holzhalle als ein weiteres Silo für das Streusalz favorisiert. Denn durch das Kondenswasser im Silo könne das Streugut verklumpen. "Eine leerstehende Holzhalle, die anzumieten wäre, ist da wohl praktischer", glaubt Helmut Schaffeld.

Der KBE-Mann, der die Emmericher Winterdienste koordiniert, weiß nämlich, dass Hallen, in denen Salz gelagert wird, sehr schnell rosten. Holz nehme dagegen die Ausdünstungen auf und konserviere es sogar. "Und im Sommer wäre die Halle sicherlich auch für andere sinnvolle Dinge bei uns nutzbar", ist sich Schaffeld sicher.

(RP)