"S(ch)ichtwesel bei Katjes in Emmerich

Außergewöhnliche Aktion für Menschen mit Behinderung : „S(ch)ichtwechsel“ bei Katjes

Mitarbeiter des Süßwarenherstellers hat mit Mitarbeiter der Haus Freudenberg GmbH den Arbeitsplatz gewechselt.

Das Telefon klingelt. Professionell nimmt Pascal Groneberg den Hörer ab und die Bestellung entgegen. Der Beschäftigte der Haus Freudenberg GmbH ist an diesem Tag in der Verwaltung des Unternehmens Katjes in Emmerich tätig – und damit einer von 700 Menschen mit Behinderung, die den bundesweiten Aktionstag „S(ch)ichtwechsel“ der Bundesarbeitsgemeinschaft Werkstätten für behinderte Menschen (kurz: BAG WfbM) für sich nutzen.

Pascal Groneberg ist sich sicher: „Dieser Job ist toll. So etwas möchte ich gerne mal machen.“

Der Tag des Perspektivwechsels am Arbeitsplatz bereicherte alle Beteiligten, weshalb für Haus Freudenberg aus Kleve eine Teilnahme selbstverständlich war. Ebenso wie für das Unternehmen Katjes, welches als langjähriger Auftraggeber von Haus Freudenberg einen Tauschpartner zum S(ch)ichtwechsel-Aktionstag stellte.

 Mit Michael Wenzel, Co-Packing Koordinator bei Katjes, war ein perfekter Tauschpartner gefunden: offen, kompetent und freundschaftlich führte er den Freudenberger Beschäftigten in seinen Arbeitsbereich ein – ebenso konnte er selbst im Geschäftsbereich Verpackung von Haus Freudenberg mit anpacken, berichtet Freudenberg.

„Bisher habe ich die Aufträge zum Befüllen unserer Displays ja immer theoretisch am PC vor Augen gehabt“, erläuterte er, „diese dann tatsächlich einmal aufzubauen und mit unseren Produkten zusammenzustellen, war auch für mich eine neue Erfahrung. So sieht man die andere Seite im Verlauf der Ware einmal ganz praktisch.“

Für ihn und sein Unternehmen sei die Teilnahme an diesem Aktionstag vor allem auch deshalb selbstverständlich gewesen, weil sie einem Beschäftigten gerne den Einblick in den ersten Arbeitsmarkt ermöglichen wollten. „Pascal Groneberg war äußerst interessiert und hat seine Aufgaben sehr gut umgesetzt“, zog Michael Wenzel durchweg positives Fazit. „Unser Beschäftigter hat einen ereignisreichen Tag erleben dürfen und viel gelernt“, sagt Haus Freudenberg Geschäftsführerin Barbara Stephan, „das ist wieder ein großer Schritt in Richtung Teilhabe.“

Der Aktionstag soll Begegnungen zwischen Menschen ermöglichen, die sich in der Arbeitswelt nicht so häufig begegnen. Menschen mit Behinderungen sind in der Regel noch immer vom allgemeinen Arbeitsmarkt ausgeschlossen. „Viele Unternehmen sind noch nicht offen für Menschen mit Behinderungen.

Mit dem bundesweiten Aktionstag S(ch)ichtwechsel sollen Mitarbeitende aus Unternehmen und Organisationen die Chance erhalten, Einblicke in Werkstätten und ihre Arbeit zu bekommen und Berührungsängste abzubauen“, so Martin Berg, Vorstandsvorsitzender der BAG WfbM.

Gleichzeitig haben Werkstattbeschäftigte die Gelegenheit in Betriebe des allgemeinen Arbeitsmarkts hinein zu schnuppern.

(RP)
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