Emmericher Radfahrer profitieren auch: Ruhehafen für Spijk geplant

Emmericher Radfahrer profitieren auch: Ruhehafen für Spijk geplant

Weil es insgesamt zu wenige Liegeplätze für Binnenschiffer gibt, soll das niederländische Deichstädtchen, das auch für viele Fahrradfahrer ein beliebtes Ausflugsziel ist, einen Übernachtungshafen bekommen.

Bei Fahrradtouren in die Grenzregion nutzen auch viele Emmericher den schönen Radweg über den Deich und besuchen das niederländische Städtchen Spijk. Dort plant die nationale Wasserbaubehörde in den kommenden Jahren den Bau eines Übernachtungshafens in der "Beijenwaard" bei Spijk.

Einer der Gründe ist, dass es zu wenige Liegeplätze für die Binnenschifffahrt in den Niederlanden gibt, besonders an der Waal zwischen dem Ort Tiel und der deutschen Grenze. Die Folge ist, dass die Bootsführer öfter auf dem Fluss vor Anker gehen und sich nicht an die gesetzlich vorgeschriebenen Fahr- und Ruhezeiten halten. Das kann zu gefährlichen Situationen führen. Darum wird in der Beijenwaard bei Spijk ein neuer Übernachtungshafen angelegt. Auch in den Orten Haaften, Ijzendoorn und Lobith wurden im Laufe der Zeit moderne Übernachtungshäfen realisiert.

Um die gesetzlichen Bestimmungen einhalten zu können, dürfen Liegeplätze nicht weiter als etwa zwei Stunden Fahrtzeit auseinander liegen. Das entspricht circa 30 Kilometer. Eine Untersuchung hat ergeben, dass rund um Lobith etwa 70 Übernachtungsplätze benötigt werden. Im Vorfeld wurde nach einem Gebiet gesucht, auf dem 70 Schiffe gefahrlos außerhalb der Fahrrinne übernachten können. Drei Standorte standen zur Auswahl: Oude Waal, Bijland und Beijenwaard. Nach Abwägen der Untersuchungsergebnisse entschied man sich, den bestehenden Hafen bei Lobith zu modernisieren in Kombination mit dem Bau eines neuen Übernachtungshafens in der Beijenwaard bei Spijk.

Ein schweres Gerät für Probebohrungen ist bereits angerückt. Foto: Markus van Offern

Die Wasserbaubehörde beauftragte ein Ingenieursbüro, ein Konzept, in dem die Anforderungen und Wünsche formuliert werden, zu erstellen. Auf Basis dieses Konzeptes wird ein Unternehmen mit dem Bau beauftragt. Das ausgesuchte Unternehmen erstellt einen speziellen Plan für die Ausführung der Bauarbeiten. In etwa sieht die Planung so aus: Herbst 2017 bis Sommer 2018: Vorbereitung des Konzeptes, Herbst 2018: Start der Ausschreibung. Im Sommer 2019 steht dann fest, welches Unternehmen die Baumaßnahme ausführen wird.

Der neue Übernachtungshafen in Spijk muss vollständig ausgegraben werden. So bleibt der Charakter des grünen Dörfchens am Fluss erhalten. Die bestehende Landschaft wird so wenig wie möglich in Mitleidenschaft gezogen. Der neue Hafen soll ein möglichst natürliches und angenehmes Element der Landschaft werden. So bleibt der Deich am selben Platz und behält dieselbe Höhe, der Hafen wird sich in einem ausreichenden Abstand zum Dorfkern befinden.

Der Hafen wird mit verschiedenen Annehmlichkeiten ausgestattet. So sorgt ein Auto-Steiger dafür, dass Schiffer ihr Auto sicher und komfortabel von und an Bord nehmen können. Außerdem bekommt der Hafen etwa 50 Liegeplätze mit Befestigungseinrichtungen für Schiffe mit einer Länge bis 135 Metern, zwei Liegeplätze für Koppelverbände bis 190 Meter, neun Liegeplätze für ein Kegelschiff und ein Liegeplatz für zwei Kegelschiffe. Außerdem wird dort ein Steiger für Boote der Wasserbaubehörde und ein Radar gebaut, ebenso Parkplätze für 75 Fahrzeuge, ein Sanitärgebäude sowie Beleuchtung und Stromversorgung für alle Liegeplätze. Es wird Platz für fünf bis zehn Campingwagen geschaffen. An der Ostseite des Hafens entsteht eine grüne Zone.

Weiterhin ist geplant, dass die Gemeinde Zevenaar einen Radweg zwischen Tolkamer und der deutschen Grenze anlegen wird. Auf dem Deich rund um den neuen Übernachtungshafen wird an der Südseite ein freiliegender Radweg gebaut.

(moha)