Isselburg: Rudi Geukes sagt "Tschüss"

Isselburg: Rudi Geukes sagt "Tschüss"

Am kommenden Mittwoch, exakt sechs Jahre nach seinem Amtsantritt, hat Isselburgs Bürgermeister Rudi Geukes seinen letzten Arbeitstag. Seine Amtszeit war von vielen Herausforderungen gekennzeichnet.

Um seine Person möchte Rudi Geukes nicht viel Aufhebens machen. Wenn es am nächsten Freitag eine offizielle Abschiedsfeier gibt, sollen sich die Reden im Rahmen halten. "Ich war ja gerade mal eine Amtsperiode Bürgermeister. Da gibt es ganz andere, die viel länger tätig waren als ich", sagt der 64-Jährige, der im letzten Jahr bekannt gab, für keine weitere Amtszeit mehr kandidieren zu wollen.

Am kommenden Mittwoch wird Rudi Geukes zum letzten Mal als Bürgermeister das Rathaus an der Minervastraße betreten. Auf den Tag genau sechs Jahre nach seinem Amtsantritt überlässt er sein Büro Michael Carbanje, der im Januar mit überwältigender Mehrheit zu seinem Nachfolger gewählt wurde.

Die Jahre, in denen Geukes der Isselburger Stadtverwaltung vorstand, waren von einigen Herausforderungen gekennzeichnet. Allen voran zwei Hochwasserereignisse sowie die Flüchtlingssituation. "Beides haben wir als Stadt zusammen mit den zuständigen Institutionen, aber auch den Bürgern gut gemeistert", sagt Geukes.

Dazu kamen auch noch Ereignisse, die überregional für Schlagzeilen sorgten: der entlaufene Wolf in der Anholter Schweiz und das Unglück am Kieswerk Breels mit zwei Toten im letzten Jahr sowie der tödliche Ausgang der so genannten "Cold Water Challenge" im Jahr 2014. Alles Vorfälle, die viel Fingerspitzengefühl und Einsatz der gesamten Stadtverwaltung erforderten. Dem Bürgermeister ist dabei aber auch etwas anderes im Gedächtnis geblieben: "Bei diesen außergewöhnlichen Situationen habe ich die Arbeit unserer Feuerwehr und Rettungsorganisationen richtig kennen- zu schätzen gelernt", sagt er und erinnert daran, dass es fast zeitgleich innerhalb der Isselburger Stadtverwaltung eine tiefgreifende Veränderungen gab. "Die Reduzierung von vier auf drei Fachbereiche ist vom Bürger kaum wahrgenommen worden, war für das Rathaus allerdings ein großer Kraftakt."

Der wurde gemeistert. Und auch über weitere Erfolgserlebnisse kann sich Geukes freuen. Etwa über das Baugebiet Linders Feld, das nach langen Jahren der Diskussion endlich auf den Weg gebracht wurde.

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Der scheidende Bürgermeister räumt aber auch Fehler ein. Harsche Kritik musste er einstecken, als er 2014 zwei neue Stellen im Rathaus schaffen wollte, ohne den Rat darüber vorher informiert zu haben. "Das war falsch von mir, das ist ganz klar", sagt er heute dazu.

Als bitter empfindet Geukes die Entwicklung der Strombergschule. 30 Jahre war er dort selber Lehrer, nun wird die Schule abgewickelt. "Dass es aufgrund der Schülerzahlen nicht gelungen ist, dort eine Sekundarschule zu installieren, war für mich eine schwere Enttäuschung." Nicht zufrieden ist er auch mit der Entwicklung des Feuerwehrgerätehauses. "Es ist sehr schade, dass es hier immer noch keine Grundsteinlegung gegeben hat."

Ein Thema, dem sich sein Nachfolger widmen muss. Geukes geht davon aus, dass die Amtsübergabe an Michael Carbanje geräuschlos vonstattengeht. "Er ist ein Verwaltungsmann durch und durch mit jahrelanger Erfahrung. Ich habe keine Zweifel, dass er ein guter Bürgermeister sein wird", sagt er.

Jetzt will sich Rudi Geukes erst einmal seiner Familie widmen. Ein Urlaub steht an, und dann natürlich das Enkelkind, das ihm seit vergangenem Jahr viel Freude bereitet. Auch sportlich will der ehemalige Sportlehrer aktiv bleiben: Tennis, Radfahren und Joggen. "Manche nennen es allerdings eher balancieren, wenn sie mich laufen sehen", sagt er mit einem Lachen.

Dass er sich auch weiterhin, dann aber ehrenamtlich, für Isselburg engagieren könnte, schließt Rudi Geukes nicht aus. "Geplant ist noch nichts. Mal sehen, was kommt", sagt er.

(RP)