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RP-Mitarbeiter Simon Linsen berichtet über ersten Schultag während Corona

Reportage : Unterricht mit Maske: Was ist schon normal?

RP-Mitarbeiter Simon Linsen über den ersten Tag in der Schule in Zeiten von Corona. An der Schule angekommen, durfte er nicht sofort das Gebäude betreten, sondern musste sich zuerst zusammen mit seinen Mitschülern in eine Reihe vor dem Gebäude einordnen.

Am Donnerstag begann für die meisten Abschlussjahrgänge in NRW wieder teilweise der Unterricht. Auch ich gehöre zu denjenigen, die in Zeiten von Corona ihre Abschlussprüfungen schreiben werden und möchte berichten, wie es sich als Abiturient anfühlt, nach knapp zwei Monaten wieder die Schule zu betreten - und das nicht für die Prüfungen, wie es eigentlich gedacht war.

Ich ging Donnerstag mit gemischten Gefühlen aus dem Haus. Zum einen freute ich mich darauf, endlich wieder meine Freunde „live und in Farbe“ zu sehen und nicht nur auf dem Computerbildschirm. Auch war es ein angenehm gewohntes Gefühl,  am Morgen mit Schultasche auf dem Rücken das Haus zu verlassen. Es war einfach ein Stück Normalität, was man in den vergangenen Wochen vergeblich gesucht hat.

Zum anderen schwang jedoch auch Nachdenklichkeit mit. Eigentlich hätte ich meine erste von drei schriftlichen Prüfungen schreiben sollen und wäre meinem Abitur ein Stück nähergekommen. Stattdessen machte ich vielmehr einen Rückschritt, indem ich - wie an jedem anderen Tag in den vergangenen zwölf Jahren - wieder ganz normal zur Schule ging.

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An der Schule angekommen, durfte ich nicht sofort das Gebäude betreten, sondern musste mich zuerst  zusammen mit meinen Mitschülern in eine Reihe vor dem Gebäude einordnen. Wir mussten unsere Masken aufziehen und uns die Hände desinfizieren, bevor wir das Gebäude betreten durften.

Natürlich findet in diesen Tagen kein Unterricht nach Plan statt. Diese zusätzlichen Unterrichtsstunden dienen eher zur Klärung von Fragen, der Wiederholung verschiedener Themen.

Und sind vor allem freiwillig. Es herrscht also keine Anwesenheitspflicht. Auch wenn diese besondere Form von Schule den normalen Unterricht nicht ersetzt, bin ich dennoch dankbar, dass uns die Möglichkeit geboten wird, dieses Angebot wahrzunehmen, um bestmöglich auf das Abitur vorbereitet zu sein.

Was dieses Angebot natürlich allerdings nicht ersetzt, sind die besonderen Aktionen, wie Mottowoche, Abi-Sturm und Abishow, die dem Abitur diese besondere Note verleihen. All diese Sachen fallen aufgrund des Coronavirus weg, und es bleiben nur noch die Prüfungen. Selbst der Abiball, das Sahnehäubchen auf der Torte, steht auf der Kippe.

Diese Umstände machen es somit schwer, sich voll und ganz auf das Abitur zu konzentrieren, da man diese eigentlich so besondere Zeit gar nicht wirklich auskosten kann und es schwerfällt, einen Schlussstrich unter zwölf Jahre Schule zu ziehen und einen neuen Lebensabschnitt zu beginnen.