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Röstmaschinenhersteller Probat investiert 40 Millionen in neues Werk in Emmerich

Wirtschaft : Probat baut „Zukunftsfabrik“

Unter dem Projektnamen „Probat Go“ will der Emmericher Weltmarktführer für Kaffeeröstmaschinen und -anlagen ein neues Werk am Firmensitz bauen. 40 Millionen Euro werden dafür investiert. Ende 2022 soll das neue Werk fertig sein.

Wer in letzter Zeit an der Reeser Straße vorbeifuhr, konnte es sehen: Bei Probat tut sich etwas. Kräne auf dem Firmengelände und seit zwei Wochen auch ein großes Schild künden von einer der gewaltigsten Investitionen in der 152-Jährigen Firmengeschichte. 40 Millionen Euro nimmt der Weltmarktführer für Kaffeeröstmaschinen und -anlagen in die Hand, um am Firmenhauptsitz den Produktions- und Logistikbereich zu erweitern. Das Projekt, das bis Ende 2022 abgeschlossen sein soll, trägt den Namen „Probat Go“. Am vergangenen Freitag fand im engsten Kreis der Gesellschafter, des Beirats und der Prokuristen die Grundsteinlegung statt.

Die bisherige Fabrikhalle von Probat ist rund 60 Jahre alt. Sie wurde gebaut, nachdem das Unternehmen in den 1960er Jahren von der Mennonitenstraße an den Ortseingang gezogen war und sein Werk neu aufbaute. Seitdem blieb die Fertigungshalle im Großen und Ganzen unverändert. Jetzt soll etwas Neues her, das auch optimale Betriebsabläufe ermöglicht.

Die Planungen dafür laufen seit seit etwa zwei Jahren. „Bei unserer Feier zum 150-jährigen Bestehen haben wir das angestoßen“, sagte der geschäftsführende Gesellschafter Wim Abbing am Dienstag der RP. Ziel des Neubaus ist eine „Fertigung der Zukunft“. Dafür wurden Ideen gesammelt, wie das Unternehmen künftig arbeiten soll. „Erst dann haben wir Architekten beauftragt, die uns um diese Ideen herum die Fabrik bauen sollen“, erklärt Abbing weiter. Prozessorientiert soll das neue Werk sein, mit optimaler Anordnung der Produktions- und Organisationsbereiche. Aber auch ökologisch und sozial ausgerichtete Aspekte stehen im Vordergrund.

Der Titel des Projekts, „Probat Go“, soll Aufbruchstimmung demonstrieren. Dass das Unternehmen auch in Corona-Zeiten investieren kann, hängt damit zusammen, dass die Lebensmittelbranche insgesamt bislang nur wenig von der Krise betroffen ist. „Wir mussten zwar in der ersten Zeit auch Kurzarbeit anmelden und können bis heute unsere Anlagen nicht überall in der Welt aufbauen, aber die Märkte sind stabil geblieben“, so Abbing, der in dem Projekt und auch ein positives Signal für den Wirtschaftsstandort Emmerich sieht.

Die ersten Baumaßnahmen wurden bereits Anfang Juli getätigt. Beauftragt wurden dabei vorrangig Unternehmen aus der Region, die abschnittsweise vorgehen sollen. Der Neubau wird während der laufenden Produktion erfolgen. Daher dauert das Projekt auch zwei Jahre. Vorgesehen ist, dass die alte Fabrikhalle bis auf ihre Grundstruktur abgerissen und dann nach und nach „revitalisiert“ und in den Neubau miteinbezogen wird. Für die Mitarbeiter bedeutet das, dass sie während der Bauphase das ein oder andere Mal umziehen müssen.

Potenzielle Erweiterungsflächen für zukünftiges Wachstum sind im Übrigen vorhanden. Wie berichtet, hatte sich Probat im vergangenen Jahr das benachbarte Gelände von Auto-Gilles gesichert. Der Betrieb war nach Kehrum gezogen.

Bei der Grundsteinlegung am Freitag hob Wim Abbing den Stellenwert des Projektes innerhalb der internationalen Kaffeebranche hervor: „Mit dem Entstehen dieser nachhaltig ausgerichteten modernen Fertigung setzen wir auch in unseren Kernmärkten eine internationale Benchmark, denn sie spiegelt den konstant steigenden Qualitätsanspruch der Kunden an unsere Produkte und Services wider.“

Probat-Beiratsvorsitzender Nils Erichsen sprach Gesellschaftern und Projektverantwortlichen seine Anerkennung aus: „Den mutigen Schritt zu wagen, ein solch bahnbrechendes Projekt in der aktuellen Zeit anzugehen, zeichnet ein Familienunternehmen wie Probat aus.“