Emmerich "Rocco's": Fässer-Diebe vor Gericht

Emmerich · Über Wochen stahlen Diebe immer wieder Fässer aus dem Getränkekeller von "Rocco's" an der Promenade. Jetzt wurden zwei Männer verurteilt.

Eine Einbruchserie in ihren Getränkekeller machte den Inhabern des Restaurants "Rocco's" von März bis Mai dieses Jahres zu schaffen. Wöchentlich wurden zwei bis vier 30-Liter-Fässer gestohlen, insgesamt mehr als 20 Stück, volle und leere. Drei volle König-Ludwig-Weißbier-Fässer führten schließlich auf die Spur von zwei Männern. Wegen "gemeinschaftlichen Diebstahls in besonders schweren Fällen" standen sie jetzt vor dem Emmericher Amtsgericht. Sie wurden zu jeweils sechs Monaten Freiheitsstrafe verurteilt — der eine ohne, der andere mit Bewährung.

Im März war die Tür des Lattenverschlags zum ersten Mal aufgebrochen, erzählte ein 29-jähriger Mitarbeiter von "Rocco's", der für die Getränkelieferungen zuständig ist. Man stellte fest, dass drei Fässer der Biermarke "König Ludwig" fehlten. Kurze Zeit später wurde der 29-Jährige vom Betreiber eines Getränkehandels angesprochen: Zwei Kunden hätten drei solcher Fässer bei ihm gegen das Pfandgeld eingelöst. Der Händler war sehr verwundert, denn: "Rocco's" ist das einzig ihm bekannte Lokal in der Stadt, das diese Biersorte ausschenkt.

Die beiden Angeklagten, ein 44-Jähriger und ein 46-Jähriger aus Emmerich, gaben zu, die drei Fässer gegen das Pfandgeld von 90 Euro abgegeben zu haben. Aber sie bestritten, dafür die Kellertür aufgebrochen zu haben. "Wir haben die Fässer unter dem Torbogen zum Roten Platz gefunden", gaben sie an — und zwar immer eines an verschiedenen Tagen. Sie hätten dann das Fass eine halbe Stunde lang beobachtet, und als niemand kam, hätten sie es mitgenommen. "Das Fass war ganz schön schwer, wir mussten es auf einem Fahrrad transportieren", so die beiden Angeklagten.

Staatsanwältin und Richterin glaubten diese Geschichte nicht. "Der Zeuge hat ausgesagt, dass er die Fässer bei Lieferung sofort in den Keller brachte und nicht auf der Straße stehen ließ", argumentierte die Staatsanwältin.

Die Angeklagten haben beide eine lange Alkohol- und Drogenkarriere hinter sich. Der 46-jährige lebt im Obdachlosenasyl, der 44-Jährige hat seit wenigen Tagen einen festen Wohnsitz. Weil der 46-Jährige bereits 28 Eintragungen im Strafregister hat und schon unter laufender Bewährung stand, gab es für ihn nun keine weitere Bewährung mehr. Er kann aber einen Antrag auf Unterbringung in einer Therapieeinrichtung stellen.

Dem zweiten Angeklagten wurde auferlegt, während seiner Bewährungszeit 100 Stunden gemeinnützige Arbeit zu verrichten. Ob die Angeklagten außer den dreien noch weitere Fässer gestohlen hatten, wurde nicht nachgewiesen.

(moha)
Meistgelesen
Neueste Artikel
Zum Thema
Aus dem Ressort