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Robin Gosens aus Elten spielt im Corona-Brennpunkt Italien

Eltener spielt Fußball in Italien : Robin Gosens mitten im „Corona-Brennpunkt“

Der Fußballer stand am Dienstagabend mit seinem Verein Atalanta Bergamo vor dem größten Erfolg der Klubgeschichte. Doch die Corona-Krise überschattet auch das Achtelfinal-Rückspiel in der Champions League beim FC Valencia.

(sid) Robin Gosens hatte keinen Bock auf das Geisterspiel am größten Tag der Vereinsgeschichte von Atalanta Bergamo. „Eigentlich habe ich gehofft, dass es nie so weit kommen wird“, sagte der deutsche Profi der Lombarden vor dem Achtelfinal-Rückspiel der Champions League beim FC Valencia am Dienstag, das wegen der Corona-Krise ohne Zuschauer ausgetragen wurde: „Aus Fußballersicht ist es natürlich blöd, wenn man vor leeren Rängen spielen muss, weil ganz viele Emotionen verloren gehen, die so ein Spiel interessant machen.“

Wer es nicht wissen sollte: Der junge Mann, über den mittlerweile ganz Fußball-Deutschland spricht und der sowohl mit der deutschen wie der niederländischen Fußballnationalmannschaft in Verbindung gebracht wird, stammt aus Elten.

Als 18-Jähriger absolvierte Gosens ein Probetraining in Dortmund. Rückblickend bezeichnet er es selbst als „Fiasko“. „Ich konnte nicht mithalten. Kurze Zeit später stand ich wieder für Rhede auf dem Platz“, sagt Gosen. Und da hinterließ er nachhaltigen Eindruck. Bei einem A-Junioren-Testspiel in Kleve – damals agierte er noch als offensiver Mittelfeldspieler – schoss Gosens zwei Tore und gab eine Torvorlage. Ein Scout von Vitesse Arnheim bot ihm einen Platz in der A-Jugend, eine Saison später sogar einen Profivertrag an. Gosens erinnert sich gut: „Der Scout sagte: ,Ich war eigentlich wegen eines anderen Spielers hier, aber du hast mich begeistert. Willst du nicht mal vorbeikommen zu einem Probetraining?’“

Der damals 18-Jährige hatte sich eigentlich bereits bei der Polizei beworben. „Ich hätte diese Laufbahn dann auch einschlagen können, weil ich den Test so weit schon bestanden hatte“, berichtet der Atalanta-Spieler. Doch Gosens entschied sich für Arnheim. Er wurde zum Linksverteidiger – und seine kuriose Karriere nahm Fahrt auf.

Der Emmericher pendelte ein knappes Jahr lang zwischen dem Weseler Berufskolleg, an dem er sein Abitur ablegte, und dem Arnheimer Fußball-Trainingsplatz hin und her. Arnheim verlieh das Talent mehrmals, im Jahr 2015 folgte der Wechsel zu Heracles Almelo, wo er zum Stammspieler wurde. Im Jahr 2017 zahlte Bergamo dann 900.000 Euro Ablöse und holte Gosens in die Serie A.

Gosens lebt in Bergamo im „Corona-Brennpunkt“, wie er dem Portal Sportbuzzer berichtete. „Man kann schon sagen, dass die Lage bedrohlich und gefährlich ist“, berichtete er, das Virus sei „ein großes Thema in der Kabine“. Kein Wunder: In der Serie A sind Geisterspiele längst an der Tagesordnung, sogar die Aussetzung des Ligabetriebs wird diskutiert. Bergamos Trip nach Spanien stand dennoch unter besonderen Vorzeichen.

Weil die Gäste aus der Krisenregion Lombardei anreisen, war die Partie die erste in der Champions League, für die ein Zuschauerausschluss beschlossen wurde. „Schade, wir wären am größten Abend unserer 113-jährigen Geschichte gerne dabei gewesen“, teilte die Fan-Organisation „Freunde von Atalanta“ mit, „aber die Entscheidung ist vernünftig“. Die Mannschaft um Gosens durfte mit Sondergenehmigung reisen.

(SID)