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Restauskiesung am Reeser Meer soll mit Saugbagger schnellstmöglich starten

Restauskiesung am Reeser Meer : Kies-Sauger nimmt die Arbeit auf

Nachdem der Firma Holemans die Restkiesgewinnung am Reeser Meer genehmigt wurde, hat das Unternehmen jetzt den Saugbagger montiert. 2,2 Millionen Tonnen Material soll er aus einer Tiefe von bis zu 20 Metern zu Tage fördern.

Die Restkiesgewinnung im Nordsee des Reeser Meeres kann beginnen. Mit einem Saugbagger können nun cirka 54 der insgesamt 80 Hektar Seefläche „nachgesaugt” werden. Das heißt, dass am Boden des Sees Rohkies gewonnen wird, der beim ersten Auskiesen in den Jahren 1973 bis 1984 liegen geblieben war. Es handelt sich dabei um etwa 2,2 Millionen Tonnen Material, das aus technischen Gründen in den 1970er und 80er Jahren bei der regulären Auskiesung des Reeser Meers nicht zu Tage gefördert werden konnte.

Der Saugbagger, der das bewerkstelligen soll, wurde vergangene Woche mit einem Großtransporter Stück für Stück von Wesel-Diersfordt nach Rees-Bergswick gebracht. Hier wurde der Bagger wieder zusammengebaut. „Er ist extra so konzipiert, dass man ihn ohne Probleme in Einzelteile zerlegen und diese dann von einem Ort zum anderen transportieren kann”, erklärt Thomas Derksen, Technischer Leiter bei Holemans. Bis vor kurzem  war der Saugbagger im Diersfordter Waldsee im Einsatz, nun übernimmt er die Restkiesgewinnung im Reeser Meer.

Partner von Holemans ist die niederländische Firma „Hoftijzer bv“ aus Aalten, die unter anderem solche Gewinnungsgeräte betreibt und Nachsaugarbeiten im Auftrag durchführt. „Die Mitarbeiter von Hoftijzer haben auch die Montage des Saugbaggers auf dem Reeser Meer bewerkstelligt”, so Thomas Derksen.

Für die Montage des Saugbaggers wurde am Ufer des Reeser Meeres ein riesiger Kran aufgestellt. Der hievte Stück für Stück die einzelnen Bauteile des Saugbaggers auf den See. Zuerst die Pontons, dann den Arm, an dem das Saugrohr befestigt wird, und schließlich die Aufbauten inklusive Fahrerhaus. „Das Saugrohr ist circa 25 Meter lang”, so Thomas Derksen. Der Bagger ist 20 Meter lang und acht Meter breit und wiegt etwa 130 Tonnen. Er saugt bis zu einer Tiefe von 20 Metern.

Bei der Nachauskiesung hält der Saugbagger immer einen Abstand von mindestens 60 Metern zum Seeufer ein. So sollen die Lebensräume an den Ufern sowie die Flachwasserbereiche in Ufernähe nicht beeinträchtigt werden. Die Uferbereiche des Reeser Meeres werden von zahlreichen geschützten Tierarten bewohnt, darunter der Biber, die Weißwangengans, verschiedene Entenarten und Fische. Holemans erfüllt mit der vorgesehenen Nachauskiesung auch das Ziel der Landesregierung, Lagerstätten nach Möglichkeit vollständig auszubeuten. Das soll mit der Restauskiesung gewährleistet werden.

Auch im Nachbarkreis Wesel werden in den nächsten Monaten die Potenziale der Restkiesgewinnung erkundet.  Im Rahmen eines Pilotprojektes unter Federführung des NRW-Wirtschaftsministeriums untersucht der Geologische Dienst, ob und falls ja in welchen abgeschlossenen Abgrabungen eine Nachauskiesung sinnvoll ist. Ziel der Forschungen ist es, die Inanspruchnahme von Flächen für neue Abgrabungen nach Möglichkeit zu reduzieren.

Ein Interessensabgleich mit den Seglern, die auf dem Reeser Meer aktiv sind, fand vor Kurzem statt. Die Arbeiten sollen jetzt schnellstmöglich beginnen.

(Markus Balser)