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Emmerich: Reiter-Mord: Anklage spricht von Komplott

Emmerich : Reiter-Mord: Anklage spricht von Komplott

Die Staatsanwaltschaft hat die Ermittlung im spektakulären Mordfall in der Reiterszene abgeschlossen. Sie wirft den Angeklagten Habgier vor.

Der Fall liefert besten Stoff für einen Niederrheinkrimi: Mutter, Sohn und Geliebte sollen mit zwei weiteren Komplizen den Mord an einer jungen Frau (21) geplant haben, um die Versicherungssumme zu kassieren. Gestern gab die Staatsanwaltschaft bekannt, dass sie Anklage erhoben hat. Vier Tatverdächtige müssen sich wegen heimtückischen Mordes aus Habgier, der Fünfte wegen Anstiftung vor Gericht verantworten. Alle sollen am Mordkomplott beteiligt gewesen sein, so Staatsanwalt Martin Steltner.

Der Fall spielt in der Reiterszene und bis an den Niederrhein. Der Hauptangeklagte stammt aus der Region, startete für den RV Rhede und war nach Medienberichten auch auf Turnieren rund um Rees und Hamminkeln. Nach Ansicht der Staatsanwaltschaft handelt es sich um ein Mordkomplott. Der Anklage zufolge sollen Robin H. und seine Mutter den Plan gefasst haben, die 21-Jährige zu ermorden, die in Robin H. verliebt war. Ohne Wissen der jungen Frau stockten Mutter und Sohn deren Lebensversicherung immer weiter auf, bis sie die Summe von 2,4 Millionen Euro erreichte. Die Mutter soll daraufhin versucht haben, die 21-Jährige mit einem Messer zu töten. Die junge Frau wehrte sich und erstattete Anzeige.

Kurz darauf soll die nunmehr neue Freundin des Reiters versucht haben, das spätere Opfer in einem Schnellrestaurant zu vergiften. Sie soll Gift ins Essen gemischt haben. Der jungen Frau wurde aber nur schlecht. Sie überlebte auch diesen Anschlag.

Sohn und Mutter gaben ihren Plan immer noch nicht auf. Durch Vermittlung des Bruders der neuen Freundin engagierte man einen Auftragsmörder. In der Tatnacht soll das Opfer von Robin H. unter einem Vorwand auf einen Parkplatz in Berlin gelockt worden sein, wo er und seine 26-jährige neue Freundin sie zunächst durch ein Gespräch in Sicherheit wiegten und ablenkten. Sie sollen dann dabei zugesehen haben, wie der Auftragskiller die junge Frau von hinten angriff und mit einem Seil erwürgte. Dafür bekam dieser 500 Euro. Die Sache ist auch für einen erfahrenen Staatsanwalt ungewöhnlich "So ein Komplott mit so vielen Mordversuchen ist schon bemerkenswert", so Steltner.

Die Versicherungssumme ist nicht ausgezahlt worden. Mit dem Geld sollte wohl der Traum von einem Reiterhof erfüllt werden.

(RP/top)