Reisemobiltage in Rees haben begonnen

Tourismus : Startschuss für die Reisemobiltage

Wohnmobilisten sind für Rees ein wichtiger Tourismusfaktor. Die meisten kennen den Stellplatz an der Ebentalstraße. Er wird wegen seiner Lage und der guten Ver- und Entsorgung geschätzt.

Wer in Rees den Wohnmobilstellplatz an der Ebentalstraße ansteuert, ist in der Mehrzahl „Wiederholungstäter“. Während an den Ostertagen alle Plätze belegt waren und die Wagen sogar auf dem Parkplatz des Sportplatzes dicht gedrängt in Reih’ und Glied standen, sorgte das unbeständige Wetter gestern dafür, dass es am ersten Tag der niederrheinischen Reisemobiltage verhältnismäßig ruhig war.

Wer mit dem Reisemobil unterwegs ist, liebt die Natur, möchte Neues kennenlernen oder bei Sonnenschein den Liegestuhl aufstellen. Wenn dann am Abend noch die Sattelitenschüssel Fernsehempfang ermöglicht, sind die meisten zufrieden. So waren am Freitag die wenigsten Camper darüber informiert, dass im Zuge der Reisemobiltage in Rees ein Rahmenprogramm geboten wird.

Bertram Reuter ist mit seiner Frau und Hund Kappa zum zweiten Mal in Rees. Sie lieben es, in der Stadt spazieren zu gehen. „Die erste Tour im Jahr geht zur Mosel, die zweite an den Niederrhein“, erzählt der Zülpicher.

Jetzt erfuhr er vom städtischen Angebot zu den Reisemobiltagen, wie eine Gratisfahrt auf dem Rhein. „Leider geht es nicht mit unserem Hund“, bedauert er.

Ein Ehepaar aus Wunsiedel im Fichtelgebirge beginnt die Reisesaison mit einer Station in Walbeck. „Dort schmeckt der Spargel wesentlich besser als bei uns im Fichtelgebirge“, erzählt die Wunsiedlerin. Von dort aus radelten sie zu Ostern nach Kevelaer, „um sich den Segen zu holen“. Dieser Besuch hat das Ehepaar erneut tief beeindruckt. In Rees sind beide vom Radwegenetz begeistert. Hier fahren sie weit mehr als zuhause.

Roelof und Janny van der Wal sind ebenfalls zum zweiten Mal in Rees. Die Niederländer stammen aus Lemmer, „wo die Deutschen ihre Segelboot liegen haben“, erzählen sie. Am Samstag freuen sie sich auf den Wochenmarkt und wollenl am Rhein spazieren gehen.

Jetzt warten sie auf den Platzwart Christian Overfeldt, um Informationen über den Reisemobiltag zu bekommen und dann vielleicht heute oder morgen den Niederrhein vom Schiff aus zu erleben.

Die im Reisemobiltag-Programm aufgeführte Stadtführung mit Paul Laner, alias Heinz Wellmann, bei der man etwas über den 100-jährigen Reeser Bierstreit erfahren kann und in vier Gaststätten zur Bierverkostung einkehrt, können die Gäste nicht mehr buchen. Die Führung ist an beiden Tagen voll besetzt. Schließlich musste man im voraus im Rathaus zur Anmeldung 30 Euro bezahlen. Was für die Reisende schwer zu leisten ist.

Die Wohnmobilisten sind für die Stadt Rees ein wichtiger Tourismusfaktor. Der Stellplatz an der Ebentalstraße der schon seit Jahren vor allem wegen seiner Nähe zum Rhein und der Innenstadt sowie der guten Ver- und Entsorgung geschätzt wird, erfreut sich großer Beliebtheit bei den Campern. Seit seiner Eröffnung vor 17 Jahren ist er mehrfach vergrößert worden. Die Zahlen sprechen für sich: Zu Beginn im Jahr 2002 wurden gerade einmal 336 Übernachtungen registriert, im Jahr 2015 waren es schon über 8700.

(ha/bal)
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