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Rees: "Reeser Welle" ist jetzt online

Rees : "Reeser Welle" ist jetzt online

Hülskens und Holemans wollen mit einer Internetseite über ihre Pläne informieren und sich mit Bürgern austauschen.

Die Kritik am Abgrabungsvorhaben vor den Toren Esserdens hält weiter an. An mancher Gartenpforte im Ort prangen rote, kaum zu übersehende Warnschilder mit der Aufschrift "Reeser Welle? Nein Danke!". Das ist auch bei den Kiesunternehmen angekommen: "Wir wissen, dass es viele Ängste in der Bevölkerung gibt", sagt denn auch Wolfgang Spittka, Prokurist bei Hülskens. Bekannter Maßen plant das Weseler Unternehmen zusammen mit der Reeser Firma Holemans die 95 Hektar große Auskiesung "Reeser Welle".

Um der Kritik zu begegnen, Vorurteile abzubauen, zu informieren, aber auch, um mit den Bürgern ins Gespräch zu kommen, haben beide Unternehmen jetzt erstmals für eines ihrer Projekte eine eigene Internetseite ins Leben gerufen. Seit gestern ist "www.reeserwelle.de" im Netz. "Die Seite steckt noch in den Kinderschuhen, wir werden sie jetzt aber Schritt um Schritt ergänzen", erklärte gestern Beate Böckels von der Holemans GmbH.

Nach Angaben der beiden Unternehmen geht es bei der Internetseite in erster Linie um sachliche Information. "Über uns ist viel geredet worden, aber nicht mit uns", sagt dazu Beate Böckels. Dazu gäbe es viele Vorurteile und Halbwahrheiten, die die Unternehmen ausräumen wollen.

Eines davon sei beispielsweise die Kritik am vorgelegten Gutachten für das Projekt. "Die Forderung nach einem neutralen Gutachten ist immer wieder aufgekommen. Dabei ist es in Deutschland aber so, dass bei jedem Planfeststellungsverfahren der Antragsteller verpflichtet ist, ein Gutachten in Auftrag zu geben und es natürlich auch zu bezahlen. Das heißt nicht, dass es sich dabei um ein Gefälligkeitsgutachten handelt", stellt Wolfgang Spittka klar. Er versichert: "Leib und Leben der Bürger in Esserden sind nicht gefährdet. Auch muss niemand Angst um sein Haus haben."

Die ebenfalls viel gescholtene Deichschürze, die als eine Art Barriere vor der Abgrabung fungieren und vor Qualmwasser schützen soll, sei dafür eine Voraussetzung. Aber auch hier sei bereits häufig mit falschen Argumenten vorgegangen worden. "Die Deichschürze ist kein Experiment. Es stimmt nicht, dass keine Erfahrungswerte vorliegen. Eine Deichschürze wurde beispielsweise bei Reeserschanz verbaut. Die Bevölkerung von Niedermörmter hat jetzt weniger Probleme bei Hochwasser als früher", sagt Spittka.

Das sieht auch Hülskens-Geschäftsführer Rudolf Koß so. Er verdeutlicht: "Es ist in unserem ureigensten Interesse, dass durch unsere Projekte niemand gefährdet wird. Sollten wir einen Deichbruch verursachen, wäre das das Ende unserer Unternehmen."

Um den Bürgern Ängste zu nehmen, soll auch ein Austausch mit ihnen stattfinden. Dazu können auf der neuen Internetseite Fragen an die Unternehmen gerichtet werden. Sie sollen spätestens innerhalb von zwei Wochen nach Eingang persönlich beantwortet werden. Sind Fragen darunter, die nicht nur persönliche Verhältnisse betreffen, sondern auch von allgemeinen Interesse sind, werden sie - in anonymisierter Form - inklusive Beantwortung auf der Internetseite allen Nutzern zugänglich gemacht.

(RP)