Rees: Übergabe des Jugendheims Haldern an Heimlich erfolgreich verzögert sich

Termin im April nicht zu halten : Übergabe des Jugendheims Haldern verzögert sich

Der ursprünglich für Anfang April ins Auge gefasste Termin lässt sich nicht halten. Der Verein „Heimlich erfolgreich“ geht davon aus, dass der Kaufvertrag nun im Mai rechtskräftig wird. Dank vieler Spenden ist ein Darlehen nicht nötig.

Es war die letzte Jahreshauptversammlung von „Heimlich erfolgreich“, bei der der Verein noch nicht Eigentümer des katholischen Jugendheims ist. „Ende April, Anfang Mai“, sagte der Vorstand den derzeit 281 Mitgliedern, wird der am 19. Dezember 2018 geschlossene Kaufvertrag rechtsgültig und „Heimlich erfolgreich“ zahlt die vereinbarte Summe von 70.000 Euro an die Kirchengemeinde St. Georg. Im Gegenzug verpflichtet sich der Kirchenvorstand, bis 2023 einen jährlichen Betriebskostenzuschuss von 11.000 Euro an den Verein zu überweisen. Darin sind die Nutzungsrechte der Räume durch kirchliche Vereine und Organisationen eingeschlossen.

Der ursprünglich angekündigte Termin am 1. April ist nicht zu halten. „Die Übergabe zieht sich ein bisschen hin“, sagte der Vorsitzende Volker Oostendorp, und sein Stellvertreter Simon Vos erläuterte: „Die Vermessungen des Grundstücks sind bald abgeschlossen, der Bebauungsplan liegt dann noch vier Wochen aus.“ Parallel plane der Verein schon die Renovierungsmaßnahmen und führe Gespräche mit bisherigen und neuen Anbietern von Wasser, Gas, Strom und Versicherungen. Auch beim Thema Schallschutzgutachten, das zuletzt zu Irritationen geführt habe, sei man auf einem guten Weg. „Wir werden Gespräche mit allen Nachbarn führen und setzen auf deren Good-will“, sagte Oostendorp. „Die ersten Signale waren bereits positiv.“

„Heimlich erfolgreich“-Kassierer Dieter Janßen präsentierte die aktuelle Summe beider Vereinskonten: circa 90.000 Euro, gespeist aus Mitgliedsbeiträgen, Event-Einnahmen und sehr vielen Spenden von Firmen, Banken, Vereinen und Privatpersonen. „Wir können das Jugendheim kaufen, ohne ein Darlehen aufnehmen zu müssen“, sagte Janßen. Die lokalen Banken hätten aber bereits signalisiert, den Verein mit Darlehen zu unterstützen, sofern es bei den anstehenden Renovierungen zu „größeren Problemen“ kommen sollte.

„Von der Substanz her ist das Haus in einem guten, renovierungs- und sanierungsfähigen Zustand“, sagte Vos. Unter anderem müssten der Holzboden im großen Saal, einige Fenster und irgendwann auch die Sanitäranlagen und die Heizung erneuert werden. Das Dach sei „noch dicht“, angesichts des Alters seien aber mittelfristig erste Löcher und Risse zu erwarten, die eine Renovierung nach sich ziehen würden.

Um die Kosten für alle Maßnahmen gering zu halten, setzt „Heimlich erfolgreich“ auf viel Eigenleistung, etwaige Förderprogramme und weitere Spenden in Form von Geld, Material oder Arbeitszeit von lokalen Betrieben und Privatpersonen. Hausmeister und Reinigungskraft wurden bislang von der Kirchengemeinde bezahlt.

Um diese laufenden Kosten zu minimieren, hofft der neue Besitzer der Immobilie auf „Leute, die sich einbringen wollen“. Dabei sei es sicherlich leichter, Freiwillige zu finden, die nach Feierabend die Mülltonne rausstellen oder eine defekte Glühbirne austauschen, als Ehrenamtler, die täglich die Toiletten reinigen wollen.

Felix Schöttler, Vorstandsmitglied bei „Heimlich erfolgreich“ und zugleich Vorsitzender im Pfarrbeirat von St. Georg, wies darauf hin, dass für diese Arbeiten auch ein kleines Entgelt gezahlt werden könne und die Freiwilligen bei ihrer Arbeit versichert seien. Zugleich seien die vielen Gruppen, die das Jugendheim nutzen, aufgefordert, noch stärker als bisher darauf zu achten, die Räume und Sanitäranlagen sauber zu hinterlassen.

Schöttler nannte es selbstverständlich, dass diese Gruppen und Vereine einen Obolus entrichten und sich an den Betriebskosten beteiligen. Beschlossen sei schon jetzt, dass das Jugendheim nicht für private Feiern (Geburtstage, Hochzeiten, Goldhochzeiten) vermietet werde: „Dafür gibt es in Haldern viele gute Gastronomen.“

Schöttler betonte auch, dass es keine „Konkurrenz“ zwischen dem privat betriebenen Jugendheim und dem neuen kirchlichen Pfarrzentrum in der Gerhard-Storm-Straße geben wird. Auch Vize-Vorsitzender Vos meinte: „Das ist eine Ko-Existenz, die allen Gruppen im Dorf ein gutes Zuhause gibt.“ Er sagte: „Vor einigen Jahren schlugen die Wogen hoch, als in der Kirche ein neues Pfarrzentrum präsentiert wurde, in dem die Jugend keinen Platz findet. Doch diese Wogen haben sich geglättet. Jetzt ist für alle etwas da, und der Dorffriede ist gesichert.“

Mehr von RP ONLINE