Rees: Tödlicher Unfall auf der L 7

Tödlicher Unfall auf der L7 : 19-Jährige erliegt Verletzungen nach Unfall in Rees

Ein tragisches Unglück in Rees, bei dem am Dienstagabend eine 19-jährige Frau ums Leben kam, hat die Rufe nach mehr Sicherheit an der Weseler Landstraße wieder lauter werden lassen.

Wie die Polizei berichtet, war die junge Frau, die in der Flüchtlingsunterkunft in Rees am Goiner Kirchweg wohnte, um kurz nach 18.30 Uhr beim Überqueren der Straße vom Pkw einer 59 Jahre alten Reeserin erfasst worden, die in Richtung Emmerich unterwegs war. Die 19-Jährige wurde dabei lebensgefährlich verletzt und in eine Spezialklinik gebracht. In der Nacht erlag sie dort ihren Verletzungen.

Während die Polizei noch am Abend durch den Opferschutz die Betreuung der Angehörigen der Toten übernahm und auch den Pkw zur genauen Klärung der Unfallursache sicher stellte, reagierten zahlreiche Anwohner schockiert auf den Unfall. Sie hatten einen lauten Knall und auch verzweifelte Rufe, offenbar von Begleitern oder Angehörigen, gehört.

Besonders tragisch an dem Unglück: Vor über drei Jahren hatte es eine Initiative von Reeser Bürgern und Anwohnern gegeben, die eine Ampelanlage an exakt jener Stelle forderten, an der sich der tödliche Unfall ereignete. Auch deshalb, weil am Groiner Kirchweg eine Zentrale Unterbringungseinrichtung (ZUE) für Flüchtlinge in der ehemaligen Klinik Horizont eröffnet wurde, in der bis zu 150 Flüchtlinge leben.

Zum Bau einer Ampel war es jedoch nicht gekommen. Der Grund dafür war unter anderem, dass an der L7 in Höhe Rauhe Straße bereits eine Ampelanlage geplant war, die dort auch im Jahr 2015 installiert wurde. Die zuständige Landesbehörde, Straßen NRW, sah damals auch keine Notwendigkeit für weitere Maßnahmen wie etwa eine Temporeduzierung von 70 auf 50 Stundenkilometer.

Die Stadt Rees, die an dieser Stelle weder Ampelanlagen noch Tempolimits beschließen kann, hatte mehrere Gespräche mit Straßen NRW geführt und seinerzeit darüber auch bei den Treffen der Bürgerinitiative berichtet. Bürgermeister Christoph Gerwers hatte damals erklärt, dass er dem Bau einer weiteren Ampel keine großen Chancen einräume, ebenso wenig weiteren Maßnahmen, die den Verkehrsfluss auf der Landestraße beeinträchtigen könnten.  Und genau so war es auch gekommen.

Die Stadt Rees hatte dennoch reagiert und versucht, den Fußgänger- und Fahrradverkehr vom Groiner Kirchweg aus mit Beschilderungen in Richtung Innenstadt auf sichere Bahnen zu lenken. Schwere Unfälle hat es dort noch nicht gegeben - bis Dienstagabend. 

   

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