Rees setzt Zeichen gegen Ärtzemangel

Haldern: Stadt unterstützt Arztpraxis „doctoRees“

Der Rat hat einem Investitionszuschuss in Höhe von 50.000 Euro für eine neue Arztpraxis zugestimmt. Sie wird Mitte September in St. Marien eröffnet und hilft, die Patientenversorgung in Haldern langfristig zu sichern. Ein weiterer Arzt soll die Praxis verstärken.

Um dem Ärztemangel im ländlichen Raum entgegenzuwirken, hat der Rat der Stadt Rees jetzt im Rahmen seiner Wirtschaftsförderungstätigkeiten einen Investitionskostenzuschuss in Höhe von 50.000 Euro für das Reeser Ärzteteam „doctoRees“ auf den Weg gebracht. Das teilte jetzt die Stadt Rees mit.

Wie berichtet, arbeitet die Facharztpraxis für Innere und Allgemeinmedizin mit Michal El-Nounou, Ricarda Beckmann, Sarah Bremer und Karl Heinz Schmitz derzeit daran, um in Haldern einen Zweitsitz zu der bestehenden Praxis an der Florastraße zu realisieren. Der städtische Investitionskostenzuschuss soll dabei helfen, die Praxis mit Personal und medizinischen Geräten auszustatten. Da der Vorstoß des Ärzteteams von Rat und Verwaltung sehr begrüßt wird, soll der Zuschuss auch als Anerkennung und Unterstützung verstanden werden, da sich die Gemeinschaftspraxis mit viel Engagement dafür einsetzt, die ärztliche Versorgung in Rees und den Ortsteilen zu sichern.

Die neue Zweigpraxis in Haldern sollte eigentlich schon Anfang des Monats eröffnet werden. Doch wegen Verzögerungen bei den Bauarbeiten müssen sich die Patienten noch bis zum Spätsommer gedulden. „Momentan sind wir noch dabei, die Hardware für die Praxis installieren zu lassen. Voraussichtlich werden wir Mitte September eröffnen können“, sagte gestern Michal El-Nounou der RP. Nach wie vor sei daran gedacht, die Praxis mit einem weiteren Mediziner zu verstärken. Entsprechende Verhandlungen mit zwei Ärzten liefen bereits, so El-Nounou, der sich über den städtischen Zuschuss freute: „So haben wir Sicherheit bei den Betriebskosten.“

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Die Praxis ist im ersten Obergeschoss von St. Marien über einen Aufzug erreichbar, was kurze Wege für die Bewohner des Altenheims bedeutet. Sie sind dann nicht mehr auf Hausbesuche des Mediziners angewiesen, sondern könnten direkt in die Praxis gehen und im Wartezimmer zugleich auch neue soziale Kontakte zu anderen Patienten aus Haldern knüpfen.

Politik und Verwaltung betonten jetzt im nicht-öffentlichen Teil der letzten Ratssitzung ausdrücklich, dass das Zuschussmodell der Stadt Rees kein einmaliges Engagement bleiben muss. Konzepte, die den Fortbestand oder die Gründung von Arztpraxen in Rees und den Ortslagen sichern, sollen daher auch in Zukunft förderfähig sein.

Bereits vor einem Jahr, als die Pläne für St. Marien vorgestellt wurden, hatte Bürgermeister Gerwers die Entwicklung in Haldern als „echten Glücksfall“ bezeichnet. Während in vielen ländlichen Gebieten die Ärzte immer älter werden und ihre Praxen schließen, habe Haldern nun eine langfristige Perspektive. Allerdings müssten auch für Millingen, Mehr und andere Ortsteile noch Lösungen gefunden werden.

(bal)