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Rees: Offizielle Berufung mit Verspätung für Pfarrerin Denise Weiberg

Pfarrerin aus Rees : Offizielle Berufung mit Verspätung für Denise Weiberg

Die gebürtige Emmericherin Denise Weiberg stand am Sonntag im Mittelpunkt eines Freiluftgottesdienstes auf dem Lindendorfplatz in Haldern. Es war die Ordinationsfeier der Pfarrerin.

Viele Monate musste Denise Weiberg auf diesen Moment warten. Nun war es endlich so weit: Beim Freiluftgottesdienst auf dem Lindendorfplatz in Haldern wurde die 33-Jährige zur Pfarrerin ordiniert. Bereits seit Oktober 2020 arbeitet sie im Probedienst für die evangelischen Kirchengemeinden in Rees und Haldern. Die Corona-Pandemie nahm nicht nur großen Einfluss auf ihre Arbeit und die Gottesdienste, sondern verhinderte auch lange Zeit die offizielle Berufung. Doch jetzt wurde Denise Weiberg bei schönstem Sommerwetter durch den Superintendenten Thomas Brödenfeld ordiniert. Wegen der Corona-Situation erfolgte die Ordination nicht durch das traditionelle Handauflegen, sondern auf Distanz.

Der Superintendent zitierte aus dem ersten Aktenvermerk, den sein Vorgänger Dieter Schütte im August 2007 über Denise Weiberg tätigte: Da sei eine junge Frau, die Theologie studieren wolle, zum Orientierungsgespräch erschienen. Ein wenig schüchtern habe sie gewirkt, doch angesichts ihrer Entschlossenheit, mit der sie das Vorhaben in den Blick nahm, habe er ihr aus Überzeugung zum Theologiestudium geraten.

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Denise Weiberg, 1987 in Emmerich geboren, war dort schon nach ihrer Konfirmation in der Jugendarbeit aktiv. Sie half bei Kinderbibeltagen, war in der Theatergruppe aktiv und hatte stets engen Kontakt zu Pfarrerin Anke Mühlenberg-Knebel. Nach dem Abitur studierte sie im bayerischen Neuendettelsau, ging dann nach Heidelberg und Mainz. Für Praktika kehrte sie gern zurück an den Niederrhein. Parallel zum Studium gründeten sie und ihr Mann Boris eine Familie: Die Töchter kamen 2014 und 2017 zur Welt.    

Superintendent Thomas Brödenfeld zollte Denise Weiberg Respekt für ihr Beharrungsvermögen, mit dem sie Familie, Studium, Vikariat und Gemeindearbeit unter einen Hut gebracht habe. Nichts sei ihr in den Schoß gefallen, aber sie habe durchgehalten und deutlich gemacht, wie wichtig ihr der Beruf und die Berufung zur Pfarrerin sei. „Denise Weiberg ist authentisch und glaubwürdig“, betonte der Superintendent. Dies sei umso wichtiger in einer Zeit, in der „Relevanzverlust und Verlust an Glaubwürdigkeit an den Fundamenten der Kirche“ nagten.

Denise Weiberg hatte für ihren Ordinationsgottesdienst ein Zitat aus dem ersten Petrus-Brief, Kapitel 2, gewählt. Dort ist von „lebendigen Steinen“ die Rede, aus denen Gottes Haus erbaut ist. Während Jesus der Grundstein ist, bildet jedes Gemeindemitglied einen lebendigen Stein, unabhängig von seiner Größe, Farbe und Beschaffenheit. Die Reeser Konfirmandengruppe hatte für den Festgottesdienst zur Ordination ein Kirchenmodell aus vielen bunten Steinen gebaut.

Denise Weiberg ging auf die schwierigen Corona-Monate ein, in denen ihre Arbeit in den Kirchengemeinden Rees und Haldern begann: „Wir hatten kein großes Gemeindehaus, sondern wir mussten uns oft mit unseren kleinen Hütten zufriedengeben.“ Computer, Laptop, Fernsehen und Telefon seien kein richtiger Ersatz für Gespräche, Begegnungen und Berührungen gewesen. „Corona hat dazu geführt, dass uns der Wert von Gemeinschaft wieder ganz neu bewusst geworden ist“, sagte Weiberg. Umso dankbarer sei sie für alle Lockerungen, die jetzt angesichts sinkender Inzidenzzahlen zu beobachten seien.

Viele frühere und aktuelle Weggefährten der Pfarrerin nutzen die Gelegenheit, Denise Weiberg zu gratulieren. Dazu zählten Pfarrerin Sabina Berner-Pip (Rees und Haldern), Pfarrer Michael Binnenhey (Isselburg und Millingen), der katholische Pfarrer Michael Eiden und Pastoralreferentin Barbara Bohnen, dazu Christiane Hermsen und Claus Preuß für die Presbyterien Haldern und Rees sowie der stellvertretende Bürgermeister Bodo Wißen, der im Namen aller Reeser und der Stadtverwaltung gratulierte.