Rees: Mechthild Schroeter-Rupieper referiert über Facetten der Trauer

Mechthild Schroeter-Rupieper in Rees : Berührende Lesung über Facetten der Trauer

Mechthild Schroeter-Rupieper referierte im Pfarrheim Millingen über ihren Arbeitsalltag als Trauerbegleiterin. 40 Zuhörer waren zu Gast.

Es gibt sicherlich unterhaltsamere Themen, mit denen sich Menschen in der Freizeit auseinandersetzen möchten. Trotzdem war das Interesse für die von der Pastoralreferentin Barbara Bohnen initiierte Lesung der Familien-Trauerbegleiterin und Autorin Mechthild Schroeter-Rupieper groß. Sie referierte aus ihrem Buch „Geschichten, die das Leben erzählt, weil der Tod sie geschrieben hat“.

Nachdenklich hörten mehr als 40 Besucher am Montagabend im Pfarrsaal Millingen der Referentin zu, die ihren Vortrag mit fachkundigen Hilfestellungen in akuten Trauer- und Trennungssituationen ergänzte. Die erfahrene Familien-Trauerbegleiterin analysierte an Beispielen viele Lebenssituationen betroffener Menschen, ihre natürliche Reaktionen, die durch Trauer ausgelöst wurden.

Im Mittelpunkt stand die Bewältigung der Konfliktsituationen von Kindern und Jugendlichen, die nahe Angehörige durch Tod verlieren, aber – nicht zu unterschätzen – auch durch Trennung und Scheidung der Eltern. In den vorgestellten Geschichten machte die Autorin immer wieder deutlich, wie wichtig es sei, besonders Kindern die Traurigkeit zu erklären, diese zu begründen und einzubeziehen. Scheinbar unbedeutende „Lebensweisheiten“ wie „Jungen weinen nicht“ oder „du bist ein tapferes Mädchen“ seien nicht dazu angetan, Kinder in schwierigen Situationen zu bestärken. Diese wohlgemeinten Floskeln lösten schwierige, nicht erfüllbare Erwartungen aus.

Traurigkeit sei ebenso angeboren wie Freude. „Mitfühlen ist eine gute Sache, die gut tut“, merkte Schroeter-Rupieper an und ergänzte: „Es wird wieder gut, wenn wir trauern können!“ Die Aufforderung der Autorin an die Besucher, sich mit dem Nachbarn kurz über die Frage: „Warum bin ich heute hierher gekommen?“, auszutauschen, leitete eine lebhafte Diskussion ein, die in einer Fragerunde endete.

Keine Bettlektüre sind die Bücher, die die Gründerin der Familien-Trauerarbeit verfasst hat. Sie beinhalten tiefgründige Analysen über das Verhalten der betroffenen Menschen, sind aber auch Ratgeber in Trauer- und Trennungssituationen. „Alles, was ich liebe, ist in meinem Herzen, wenn ich etwas verliere, kommt die Traurigkeit.“ Mit diesem Gedanken verabschiedete sich die Autorin nach einer außergewöhnlichen Auseinandersetzung mit einem außergewöhnlichen Thema.

Die Veranstaltung wurde gesponsert von der kfd aus den Hutsammlungen der diesjährigen Karnevalsveranstaltungen.

(het)